Ein Toter bei Lawinenabgang in Tirol

7. Jänner 2015, 16:47
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Zwei Bergbahnmitarbeiter verschüttet - Lage weiterhin angespannt

Fügenberg/Innsbruck/St. Pölten - Ein Lawinenabgang im Skigebiet Hochfügen in der Gemeinde Fügenberg im Tiroler Zillertal (Bezirk Schwaz) hat am Mittwoch ein Todesopfer gefordert. Wie die Bergbahnen mitteilten, löste sich kurz nach 14.30 Uhr ein Schneebrett und verschüttete zwei Mitarbeiter.

Die beiden Lawinenopfer im Tiroler Zillertal wurden beim Erstellen eines Schneeprofils von der Lawine erfasst und verschüttet. Die beiden Mitarbeiter befanden sich im freien Gelände unterhalb des sogenannten "Pfaffenbühels", hieß es seitens der Bergbahnen. Sie waren damit beschäftigt, ein Schneeprofil zur Abschätzung der Lawinengefahr zu erstellen.

Erfolglose Reanimationsversuche

Die Verschütteten wurden bei der sofort eingeleiteten Suchaktion gefunden und geborgen. Während einer der beiden laut ersten Informationen unverletzt blieb, konnte der andere nur mehr tot geborgen werden. Alle Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Angehörige und Arbeitskollegen wurden psychologisch betreut. Die Erhebungen der Alpinpolizei waren im Gange.

Lawinenwarnung

Die Lawinensituation in Tirol ist nach wie vor heikel. Nach Angaben des Lawinenwarndienstes des Landes vom Mittwoch sei die Gefahr oberhalb von 2.200 Metern "verbreitet erheblich", die Stufe "3" der fünfteiligen Skala wurde erneut erreicht.

Vor allem Triebschneeansammlungen, die sich in den vergangenen Tagen gebildet hätten, seien störanfällig und könnten immer noch bei zumeist schon geringer Zusatzbelastung als Lawine ausgelöst werden.

Fernauslösungen möglich

Falls diese Lawinen bis in tiefere Schichten durchreißen, könnten sie auch mittlere Größen erreichen. Besonders in den Gebieten entlang des Alpenhauptkammes seien vereinzelt auch Fernauslösungen möglich.

Gefahrenstellen lägen in steilen Hängen aller Expositionen, wobei Anzahl und Verbreitung der Gefahrenstellen mit der Höhe zunehmen würden. Skitouren und Variantenfahrten erforderten unverändert Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation, erklärten die Experten.

Niederösterreich

In Niederösterreich herrschte am Mittwoch in den Ybbstaler Alpen, im Rax-Schneeberggebiet sowie in den Türnitzer Alpen erhebliche Lawinengefahr. In den übrigen Regionen - Gutensteiner Alpen und Semmering-Wechselgebiet - wurde die Gefahr als mäßig beurteilt. Die Situation soll sich laut Lawinenwarndienst nur am Donnerstag leicht entspannen. Ab Freitag werde die Schneebrettgefahr wieder ansteigen.

Gefahrenstellen seien vor allem mächtige Triebschneeansammlungen in Rinnen und Mulden, betonte der Lawinenwarndienst. Schneebretter könnten bereits durch geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Alpinisten ausgelöst werden. (APA, 7.1.2015)

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