Rückschlag für Frauen in deutschen Firmenvorständen

7. Jänner 2015, 09:56
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37 Frauen im Topmanagement von börsennotierten Konzernen stehen 626 Männern gegenüber - Bei Energiefirmen gar keine Frau im Vorstand

Stuttgart/Frankfurt am Main - Frauen kommen auf dem Weg in die Topetage der deutschen Wirtschaft nur langsam voran: Zwar saßen in den Vorständen der 30 DAX-Konzerne einer Studie zufolge Ende 2014 mehr Frauen als im Vorjahr. Doch insgesamt fiel die Bilanz von 160 börsennotierten Unternehmen negativ aus, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervorgeht.

Danach gab es nur 37 Frauen im Topmanagement der Firmen im DAX, MDax, SDax und TecDax, Ende des Vorjahres waren es noch 41. Dem stehen aktuell 626 männliche Vorstandsmitglieder gegenüber.

In den 30 DAX-Firmen stieg die Zahl der Frauen in der obersten Führungsetage dagegen von 11 auf 14, das entspricht einem Anteil von sieben Prozent. Zugleich erhöhte sich der Anteil von DAX-Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand von 30 auf 40 Prozent.

Höchster Anteil im Bereich Transport und Logistik

Ana-Christina Grohnert von EY sprach trotz der insgesamt rückläufigen Zahlen von ermutigenden Signalen: "Frauen haben sich in der Zwischenzeit in allen Vorstandsbereichen fest etabliert". Eine Aufteilung nach klassischen "männlichen" und "weiblichen" Ressorts sei kaum noch möglich. Es werde daher vermutlich auch nicht mehr lange dauern, bis es auch in Deutschland mehr weibliche Vorstandschefs geben werde.

Bisher ist RTL-Co-Chefin Anke Schäferkordt die einzige Frau an der Spitze eines der 160 börsennotierten Unternehmen. Grohnert räumte ein, dass der Prozess, Frauen bessere Aufstiegschancen zu ermöglichen, nicht von heute auf morgen gelinge.

Am höchsten ist der Frauenanteil in der Führungsetage der Studie zufolge mit 15 Prozent im Bereich Transport und Logistik. Auf Platz zwei folgt die Telekommunikationsbranche (12 Prozent). In der Rohstoffbranche und der Informationstechnologie liegt der Anteil dagegen jeweils nur bei zwei Prozent. Im Energiebereich sitzt gar keine Frau im Vorstand. (APA, 7.1.2015)

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