Es geht uns gut

Einserkastl6. Jänner 2015, 18:09
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Eine Kollektion von menschlichen Pipisorgen

Nach einer Woche im neuen Jahr haben sich die meisten Vorsätze auch schon wieder erledigt. Wozu auch besser, gesünder und schöner werden, uns geht's doch gut, nicht wahr? Nachzulesen ist das auf einer vom US-Satiriker Streeter Seidell geschaffenen Website namens whitewhine.com - richtig, nicht wine wie Wein, sondern whine wie etwas, was hierzulande ebenfalls mit einiger Perfektion betrieben wird: "Weißes Raunzen" also, eine Sammlung von "Erste-Welt-Problemen". Ein Buch dazu gibt es auch.

Einer meiner Favoriten - was jeder Holzklasse-Reisender gut nachvollziehen kann - ist die Klage, dass die Fußfreiheit in der Business-Class so groß ist, dass man kaum den Bildschirm vor sich erreicht. Aber die Kollektion von menschlichen Pipisorgen ist nicht nur lustig, sie ist auch ein Dokument des Kulturwandels: Ich bin auf den letzten Seiten von Game of Thrones, und jetzt sind die Batterien von meinem Buch aus! Die Klagen über schwaches WiFi in der Mitte des Amazonas sind quasi Standard.

Eine eigene Sektion ist natürlich das empörte Gejammer verwöhnter armer Kiddies, die in den Urlaub auf Jamaica oder - urfad - nach Europa fahren müssen. Keine Dunkin' Donuts in Italy, das halt ich nicht aus! Oder allerliebst: War mit dem Papa shoppen, aber wir haben uns zerstritten, und alleine schaffe ich es nicht, meinen neuen 50-Zoll-Fernseher in den dritten Stock zu schleppen! (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 7.1.2015)

  • Artikelbild
    foto: ap/lai seng sin
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