Landschaft: Versiegelt und zersiedelt

Kommentar7. Jänner 2015, 07:13
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Das Haus im Grünen steht hoch im Kurs, die Zersiedelung der Landschaft wird vorangetrieben

Der Boden, auf dem wir leben, wird kleiner, mehr und mehr wird versiegelt. Das hat mit der unablässig steigenden Zahl der Weltbevölkerung zu tun, aber auch stark mit uns selbst. Das Haus im Grünen steht hoch im Kurs. Und es sind vor allem die Stadtbewohner, die einerseits die Urbanität schätzen, andererseits aber Blumen, Bäume und Wiese um sich herum nicht missen wollen.

Das alles ist nachvollziehbar, führt in vielen Fällen aber dazu, dass eine Familie zwei und im Patchwork-Fall mitunter noch mehr Bleiben hat: eine (oder mehrere) in der Stadt, eine (oder mehrere) auf dem Land. Für Straße und Kanal kommt die Allgemeinheit auf, für das Pendeln unter der Woche gibt es bares Geld. So weit, so schlecht.

Denn dadurch wird die Zersiedelung der Landschaft vorangetrieben. Zwischen all den Häusern lässt sich kaum mehr sinnvoll Landwirtschaft betreiben. Kein Problem, könnte man sagen. Obst, Fleisch und Gemüse kaufen wir im Supermarkt, die Regale dort sind voll. Die Regale sind (noch) voll, weil immer mehr Produkte außereuropäischen Ursprungs dort landen. Das widerspricht eigentlich dem Zurück-zur-Natur-Trend. Die Konsumenten haben es in der Hand, das zu ändern. Indem regionale Produkte gekauft werden, sind weniger Bauern zum Aufgeben gezwungen. Die Zersiedelung hintanzuhalten ist hingegen Aufgabe der Politik. Den Menschen zu sagen, sie sollen auf das Haus im Grünen verzichten, wird nicht funktionieren. (Günther Strobl, DER STANDARD, 7.1.2015)

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