LG enthüllt das G Flex 2: Gekrümmt und selbstheilend

6. Jänner 2015, 09:35
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Das gebogene Smartphone scheint um einiges besser als Vorgänger zu sein – Plastikhülle soll sich selbst reparieren

Wie sollen sich Hersteller im Smartphone-Markt mit ihren Produkten noch voneinander abheben? Die technischen Spezifikationen sind meist im Highend-Bereich, die Handykameras oft besser, als für die meisten Nutzer nötig. Ein wichtiger Bereich wären Fortschritte bei der Akku-Dauer, allerdings braucht es dafür noch Zeit. Deshalb wenden sich Hersteller dem Design zu – und scheinen nun ein gekrümmtes Display als großes neues Ding entdeckt zu haben.

Alles auf die Kurve

So setzte zuletzt etwa Samsung mit dem Galaxy Note Edge auf ein geschwungenes Display. Auch der ebenfalls südkoreanische Konkurrent LG experimentierte beim G Flex mit der Krümmung. Das Modell erhält nun einen Nachfolger, den LG zu Wochenbeginn auf der CES-Messe in Las Vegas präsentierte. US-Journalisten konnten das Gerät dort bereits in Augenschein nehmen – und offenbar ist LG mit dem G Flex 2 ein überraschender Hit gelungen.

"In allen Belangen besser"

Denn Techblogs und Nachrichtenwebsites haben viel Lob für das gekrümmte Smartphone übrig: Es sei das "erste großartige gebogene Handy", schreibt etwa TheVerge. Für engadget ist das G Flex 2 "in allen Belangen entscheidend besser als sein Vorgänger", TechCrunch nennt das Gerät ein "nettes Android-Phablet mit einer interessanten Form". Dabei war der Vorgänger, das ursprüngliche G Flex, nur auf wenig Gegenliebe gestoßen. LG hat sich daher laut engadget "intensiv mit Nutzer-Feedback" beschäftigt, um den Nachfolger zu verbessern.

Wieder kleiner

Eine der Lektionen: Ein großes Display ist nicht immer optimal, vor allem bei gebogenen Smartphones. Deshalb "schrumpft" das G Flex 2 nun auf 5.5 Zoll (G Flex: 6 Zoll). Als Bildschirmmaterial dient das widerstandsfähige "Gorilla Glass". Überhaupt soll das G Flex 2 einiges aushalten: Das Plastikdisplay "heilt" sich selbst, leichte Kratzer verschwinden nach rund zehn Sekunden wieder - das G Flex benötigte dafür noch mehrere Minuten.

Gute Specs

Der Preis dafür: Das Gehäuse fühlt sich nach Meinung einiger Tester "billig" und unangenehm an, kann einem Metallgehäuse also nicht das Wasser reichen. Bei den Specs geht LG in die High-End-Kategorie: Das G Flex 2 verfügt über einen Snapdragon 810 Achtkern-Prozessor (2 Ghz), 2 Gbyte Arbeitsspeicher und 16 Gbyte Speicherplatz (erweiterbar durch SD-Karten). Das G Flex 2 beherrscht natürlich LTE, auch ein NFC-Chip ist vorhanden. Ausgeliefert wird das Gerät mit Android 5.0 "Lollipop".

Die Sinnfrage bleibt unbeantwortet

Abseits des Lobes gibt es aber auch kritische Stimmen, die prinzipiell die Sinnhaftigkeit gebogener Displays bestreiten. LG selbst hat darauf eine interessante Antwort: Das G Flex 2 sei gebogen, weil dies "schöner sei", so LGs Mobilchef Ramchan Woo. Aus Design-Perspektive eine wenig zufriedenstellende Antwort, wie etwa Ars Technica bemängelt. Das Gerät soll Ende Jänner in Korea erscheinen, laut Heise besteht durchaus Hoffnung, dass das G Flex 2 es auch nach Deutschland (und somit Österreich) schaffe. Über den Preis ist noch nichts bekannt. (fsc, derStandard.at, 6.1.2015)

  • Beim G Flex 2 geht's vor allem um die Kurve
    foto: ap/locher

    Beim G Flex 2 geht's vor allem um die Kurve

  • Das Smartphone soll dank der Krümmung gut in der Hand liegen
    foto: ap/locher

    Das Smartphone soll dank der Krümmung gut in der Hand liegen

  • LGs Marketingchef Frank Lee stellte das Gerät auf der CES 2015 in Las Vegas vor
    foto: apa/epa/nelson

    LGs Marketingchef Frank Lee stellte das Gerät auf der CES 2015 in Las Vegas vor

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