Auftaktsieger Sunderland verfährt sich, Walkner beeindruckt

5. Jänner 2015, 18:05
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Salzburger schließt Etappe zwei auf Platz sechs, Brite vergibt bereits alle Chancen - Doppelführung für Honda-Piloten

San Juan - Debütant Matthias Walkner hat nach dem Aufgalopp auch die erste lange Wertungsprüfung der Rallye Dakar mit Bravour gemeistert. Der KTM-Werkspilot aus Salzburg klassierte sich am Montag auf den anspruchsvollen 518 Kilometern von Villa Carlos Paz nach San Juan (ARG) an sechster Stelle, 11:25 Minuten hinter dem Tagessieger Joan Barreda (ESP/Honda) und war Gesamt-Siebenter (+12:26).

Die Honda-Piloten warfen den favorisierten KTM-Fahrern den Fehdehandschuh hin. Barreda und Paulo Goncalves (POR/+6:13) sorgten für eine Doppelführung der Japaner. Ruben Faria (POR) war als Dritter (+9:16) bester Pilot des KTM-Teams, das bei der Extrem-Rallye den 14. Motorrad-Sieg in Folge anstrebt.

Vorjahressieger und Vierfach-Gewinner Marc Coma (ESP) büßte jedoch wegen Reifenproblemen im Finish als Achter 12:32 Minuten ein. Der Spanier, der lange Zeit Zweiter hinter Barreda war, konnte auf den letzten 60 Kilometern mit nur noch rund 60 km/h fahren, um keine Panne zu riskieren. Als Gesamt-Sechster hat Coma 12:03 Minuten Rückstand.

Die Strecke kam abhanden

Noch schlimmer erwischte es Vortagssieger Sam Sunderland (GBR/KTM), der sich einige Zeit mit Barreda und Coma um die Spitzenposition gematcht hatte. Doch der 24-Jährige kam von der Strecke ab, befand sich bis zu zehn Kilometer von der Idealroute entfernt und musste schon am zweiten Tag alle Siegeshoffnungen begraben.

Walkner meisterte hingegen vorerst alle Hürden. Der Ex-Motocross-Weltmeister wurde im Verlauf der langen Etappe immer stärker, war lange Zeit Zehnter, ging aber auf den letzten Abschnitten noch an mehreren Rivalen vorbei.

In der Auto-Wertung übernahm Nasser Al-Attiyah mit dem Sieg auf der zweiten Etappe die Gesamtführung. Nachdem der Katarer am Vortag noch wegen einer nachträglichen Zwei-Minuten-Strafe den Auftaktsieg verloren hatte, war der Mini-Pilot auch auf dem zweiten Abschnitt am Montag der Schnellste.

Mit mehr als acht Minuten Vorsprung auf die Verfolger bewältigte Al-Attiyah die 518 Wertungskilometer zwischen Villa Carlos Paz und San Juan in Argentinien.

Malysz im Pech

Der ehemalige polnische Skisprung-Star Adam Malysz ist hingegen nach einem Feuerunfall ausgeschieden und dabei mit dem Schrecken davongekommen. Sein Wagen geriet etwa 35 Kilometer vor dem Ziel aus noch unbekannter Ursache in Flammen und brannte völlig aus.

Selbst die Reisepässe hätten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden können, berichtete das polnische Onlineportal "Sport.pl". "Ein Riesenpech!", schrieb Malysz auf seiner Facebook-Seite und berichtete über eine "katastrophale Explosion". "Wir haben versucht, die Situation zu retten, aber das Fahrzeug stand sofort voll in Flammen." Der Traum von einem Rallye-Sieg müsse nun auf das kommende Jahr verschoben werden: "Wir sind sehr traurig und enttäuscht."

Der 37-Jährige wurde als Skispringer Weltmeister und gewann den Weltcup sowie die Vierschanzentournee. Bei Olympischen Winterspielen holte er drei Silbermedaillen und einmal Bronze. 2011 beendete er seine Karriere. (APA - 5.1. 2015)

ERGEBNISSE Rallye Dakar, 2. Etappe (Villa Carlos Paz - San Juan, 107 km Verbindungsetappe, 518 km Wertungsprüfung):

  • Motorräder: 1. Joan Barreda (ESP) Honda 5:46:06 Std. - 2. Paolo Goncalves (POR) Honda +6:13 Min. - 3. Ruben Faria (POR) KTM + 9:16. Weiter: 6. Matthias Walkner (AUT) KTM + 11:25

Gesamtwertung nach 2 von 13 Etappen: 1. Barreda 7:06.44 Std. - 2. Goncalves +4:37 Min. - 3. Faria +10:37. Weiter: 7. Walkner +12:26

  • Sam Sunderland offenbarte bereits auf der ersten langen Wertungsetappe Orientierungsprobleme.
    foto: apa/epa/hernandez

    Sam Sunderland offenbarte bereits auf der ersten langen Wertungsetappe Orientierungsprobleme.

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