Intellektuelle rufen zu Syriza-Unterstützung auf

5. Jänner 2015, 20:21
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In einem Aufruf wird ein Bruch mit der jetzigen Wirtschaftspolitik Europas gefordert. Nicht nur die Griechen würden einen Kampf führen, sondern ganz Europa

Athen/Wien - Eine Gruppe von über 300 Intellektuellen ruft in einem Brief und auf der Seite www.with-the-greeks.eu dazu auf, die Griechen und die linke Syriza-Partei im Kampf gegen die falsche Wirtschaftspolitik Europas zu unterstützen. Mit dabei ist etwa der Philosoph Slavoj Zizek, der Linguist Noam Chomsky, die Literaturhistorikerin Judith Butler oder der Ökonom James K. Galbraith. Die Drohungen und der Druck seitens Regierungs- und Staatschefs und Finanzinstitutionen auf die griechischen Wähler seien unakzeptabel, heißt es im Aufruf.

In Griechenland stehen in weniger als drei Wochen Neuwahlen an. In den Umfragen ist derzeit die linke Syriza in Führung, die mit der Austeritätspolitik brechen und mit der EU über eine Umschuldung verhandeln will. "Wir stehen an der Seite des griechischen Volks, weil sein Kampf der unsere ist", so der Brief. "Wir werden überall in Europa das Recht des griechischen Volks verteidigen, sich frei zu entscheiden; mit der Austeritätspolitik zu brechen; Nein zu sagen zur Austeritätspolitik, die das Land verwüstet."

Mit alter Logik brechen

"Eine Syriza-Regierung wird Griechenland zu einem verlässlichen Partner machen und das Überleben des Landes und der Bevölkerung zum Ausgangspunkt in allen Verhandlungen machen." Die neue griechische Regierung werde ein neues Entwicklungsmodell im Interesse aller entwerfen. Ganz Europa müsse mit der Logik der aktuellen Politik brechen, die soziale Errungenschaften zerstöre und Nationalismus und Rechtspopulismus stärke.

Aus Österreich sind etwa der Wifo-Ökonom Stephan Schulmeister, der Autor Michael Scharang, Attac-Ökonomin Alexandra Strickner oder der KPÖ-Politiker Walter Baier dabei. (red, derStandard.at, 5.1.2015)

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