Erdbebenserie in Ohio im März 2014 wurde durch Fracking verursacht

6. Jänner 2015, 12:18
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Umstrittene Öl- und Gasfördermethode kann bei bestimmten Bodenstrukturen Erdbeben auslösen

Akron (Ohio) - Die Gas- und Ölförderung durch Fracking steht schon seit längerem im Verdacht, Erdbeben zu begünstigen oder gar auszulösen. Ein US-Team hat nun die Ursachen für ein Erdbebenserie im März 2014 in Poland im US-Bundesstaat Ohio untersucht und kommt zu dem Schluss, dass sie tatsächlich durch Fracking ausgelöst wurde. Die Fördermethode könne bei bestimmten Bodenstrukturen bestehende Verwerfungen aktivieren und so zu einem Risikofaktor werden, berichten die Wissenschafter im Bulletin der Seismologischen Gesellschaft Amerikas ("BSSA").

Vorhandene Verwerfungen aktiviert

Bei einer der Erschütterungen in Poland habe es sich um eines der stärksten Beben gehandelt, das in den USA jemals mit der umstrittenen Fördermethode in Zusammenhang gebracht wurde. "Die Erdbeben in Poland traten in einer sehr alten, präkambrischen Gesteinsschicht auf, in der vermutlich schon zahlreiche seismische Verwerfungen vorhanden waren", erklärte Robert Skoumal von der Miami University in Oxford (Bundesstaat Ohio).

"Diese Bohrlochaktivität hat keine neue Verwerfung verursacht, sondern eine unbekannte, alte Verwerfung aktiviert." Es sei daher sinnvoll, dass Regierung, Industrie und Wissenschaft beim Fracking in Gegenden mit möglichen unbekannten Verwerfungen in Zukunft eng zusammenarbeiten.

Erhöhte seismische Aktivität

Beim Fracking wird Flüssigkeit unter hohem Druck in ein Bohrloch gepresst, um kleine Risse im Gestein aufzubrechen und darin enthaltenes Erdgas und Erdöl zu gewinnen. Dadurch ausgelöste mikroseismische Aktivitäten - quasi Kleinst-Erdbeben - sind üblicherweise so schwach, dass sie nur mit empfindlichen Geräten gemessen werden können.

Die Beben in Ohio waren allerdings deutlich stärker. Das heftigste Beben im Untersuchungszeitraum überschritt die Stärke 3 auf der Richterskala. Skoumal und seine Kollegen untersuchten einen möglichen Zusammenhang zwischen mit dem zeitgleich stattfindenden Fracking in der Region.

Dazu werteten sie eine Vielzahl seismischer Daten aus und identifizierten im Untersuchungszeitraum 77 Beben mit Stärken zwischen 1 und 3 nach Richter. Die Analyse zeigte eine klare räumliche und zeitliche Übereinstimmung der Ereignisse. Als das Fracking infolge der Beben eingestellt wurde, klang auch die seismische Aktivität ab. (APA/red, derStandard.at, 6.1.2015)

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