Stefan Krafts Plan für Bischofshofen: "Vollgas"

5. Jänner 2015, 15:04
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Lokalmatador geht als Gesamtführender mit einem beruhigenden Vorsprung von 23,1 Punkten auf Kollege Hayböck in den Tournee-Abschluss-Bewerb

Bischofshofen - Nach der starken Vorstellung von Stefan Kraft in Innsbruck bestehen kaum Zweifel, dass er seinen ersten Vierschanzentournee-Triumph noch verspielen könnte. Als "Back-up" für den siebenten ÖSV-Triumph en suite stünde Michael Hayböck bereit, der mit 23,1 Punkten Rückstand ins Finale am Dienstag (16.30 Uhr) in Bischofshofen geht. Dritter mit fast 30 Zählern Abstand ist der Slowene Peter Prevc.

Der 21-jährige Kraft ist sich sicher, dass er auf seiner Heimschanze nichts mehr anbrennen lassen wird. "Der zweite Platz in Innsbruck ist auf jeden Fall so viel wert wie ein Sieg. Ich habe gesehen, dass ich auch ganz vorne mitmischen kann, wenn nicht beide Sprünge perfekt sind. Das beruhigt einen schon", meinte Kraft.

"Zurückschrauben werde ich sicher nicht"

Der Pongauer ist nach seinem Auftaktsieg in Oberstdorf auch in Garmisch und vor allem am Bergisel bestens mit dem Druck umgegangen. Er will auch zum Abschluss an seiner Vollgas-Marschroute festhalten und nicht dosieren. "Zurückschrauben werde ich sicher nicht, ich werde weiter Vollgas durchziehen. Ich fühle mich körperlich und mental topfit."

Außerdem gehe die Entscheidung ja auf seiner Heimschanze in Szene, die er in- und auswendig kenne und auf der er beispielsweise 2013 mit Platz drei schon sensationell abgeschnitten habe. "Es geht in die Heimat, das ist genial, so wünscht man es sich", sagte Kraft vor dem ausverkauften Heimspiel unweit seinem Wohnort Schwarzach.

Das Schanzenprofil komme zudem nicht allen Konkurrenten entgegen, merkte Kraft an. Von Prevc kann man das aber wohl nicht behaupten. Der Slowene wurde im Vorjahr beim Sieg von Thomas Diethart Zweiter. "Ich will es in Bischofshofen besser als in Innsbruck (Anm.: 11.) machen. Ich glaube aber, dass Kraft derzeit definitiv zu stark ist, aber ich werde weiterkämpfen", bekräftigte der Mann aus Kranj. Rund acht Punkte hinter Prevc lauert der japanische Dauerbrenner Noriaki Kasai auf einen weiteren Ausrutscher des Tournee-Vierten des Vorjahres. Für den zweiten japanischen Tourneesieg nach Kazuyoshi Funaki 1997/98 ist sein Rückstand von 37,7 Punkten auf Kraft aber schon zu groß.

"Er springt auf sehr hohem Level"

Kraft war 2014 auf einer seiner Lieblingsschanze nur 20. geworden. Damals war er von der aktuellen Topverfassung aber auch noch ein Stück weg. Cheftrainer Heinz Kuttin ist von der aktuellen Nervenstärke und der anhaltenden Hochform des Spitzenreiters überzeugt. "Er springt auf sehr hohem Level", betonte Kuttin, der sich nicht mit möglichen Rechenspielen auseinandersetzen will. "Darüber denken wir gar nicht nach. Wir werden eine ähnliche Stimmung wie am Bergisel haben und darauf freuen wir uns", betonte der Kärntner, der vor dem Tag der Entscheidung seinen 44. Geburtstag feierte.

Mit Hayböck hätte Kuttin aber ohnehin eine Reserve in der Hinterhand. Der Oberösterreicher fasst beim Abschluss aber nur noch die Absicherung seiner Position ins Auge. "Meine Aufgabe wird sein, ihm den Rücken freizuhalten und den zweiten Platz abzusichern. Er hat sich einen super Vorsprung herausgesprungen", meinte der in Innsbruck sechstplatzierte Hayböck.

Kraft ist jedoch vor seinem Zimmerkollegen gewarnt. "Michi hat zwar gesagt, er blockt die anderen ab, aber ich glaube, er greift schon noch einmal an. Gegessen ist noch nichts. Ich werde versuchen, zwei Bomben hinunterzuhauen, das wird es auch brauchen", kündigte er an.

Gelingt ihm der Sieg, würde natürlich ein "Riesentraum" in Erfüllung gehen und der erst zweite Salzburger Tournee-Erfolg wäre perfekt. Den ersten hatte Josef "Bubi" Bradl bei der Premiere der Veranstaltung 1953 gefeiert. (APA, 5.1.2015)

Zwischenstand in der Tournee-Wertung:

1. Stefan Kraft (AUT) 835,4
2. Michael Hayböck (AUT) 812,3

3. Peter Prevc (SLO) 806,0
4. Noriaki Kasai (JPN) 797,7
5. Richard Freitag (GER) 791,7
6. Anders Jacobsen (NOR) 789,5
7. Gregor Schlierenzauer (AUT) 785,6
8. Kamil Stoch (POL) 771,5
9. Roman Koudelka (CZE) 771,0
10. Severin Freund (GER) 764,6

Weiter:

18. Thomas Diethart (AUT) 675,2
19. Simon Ammann (SUI) 652,2
20. Andreas Kofler (AUT) 623,0

  • Wer, wenn nicht er?

    Wer, wenn nicht er?

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