Kurioser Blick ins 24. Jahrhundert: Herz-Kreislauf-Stillstand bleibt tödlich

5. Jänner 2015, 11:32
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Forscher der Med-Uni Wien untersuchten 526 Folgen von "Star Trek" auf Herz-Kreislauf-Stillstand und Überlebensraten - viel anders als heute ist es nicht

Das "Star Trek"-Universum ist eines der populärsten Werke der Science-Fiction-Unterhaltung. Viele der gezeigten Technologien galten als futuristisch, sind aber mittlerweile Realität geworden. In einer aktuellen Studie der Universitätsklinik für Notfallmedizin der Med-Uni Wien wurde nun anhand dieser in der Serie dargestellten, fiktiven Zukunft der menschlichen Zivilisation die Häufigkeit und Mortalität von Herz-Kreislauf-Stillständen im 24. Jahrhundert untersucht.

"Erweitert Vorstellungskraft"

Bereits von Anfang an waren Wissenschafter in die Produktion der "Star Trek"-Serie eingebunden. Der berühmte Forscher Stephen Hawking, ein bekennender "Star Trek"-Fan, schrieb einmal in einem Vorwort, dass die Serie die "menschliche Vorstellungskraft erweitert". Viele der technischen Geräte, die bereits sehr früh in der Serie vorkommen, sind Realität geworden. So erhält die Besatzung schon im Pilotfilm 1966 eine Mitteilung auf einem Blatt Papier, das aus einer Maschine geschoben wurde. Dabei war das Faxgerät damals noch nicht erfunden worden. Erst 1979 wurden die ersten Faxgeräte ans Telefonnetz angeschlossen.

Der "Kommunikator" von Captain Kirk aus dem Jahr 1966 kann als Vorläufer des heutigen Mobiltelefons betrachtet werden. Einige Hersteller erklärten später, sie seien von "Star Trek" inspiriert worden. Ähnliches gilt für Freisprech-Clips, Flachbildschirme, Bildtelefonie oder eine Art Laptop. Alles wurde bereits lange bevor es in der realen Welt zum Einsatz kam, in der "Star Trek"-Serie genutzt.

Notfallmedizin im fiktiven 24. Jahrhundert

Wissenschafter der Med-Uni Wien wagten nun anhand dieser Zukunftsvision einen Blick auf die Notfallmedizin im fiktiven 24. Jahrhundert. Das Ergebnis: Auch im "Star Trek"-Universum ist ein Herz-Kreislauf-Stillstand mit hoher Sterblichkeit verbunden - allerdings weniger aus internistischen Gründen als heutzutage. "Die Behandlung von Herz-Kreislaufstill-Ständen ist ein intensiv beforschtes Gebiet der modernen Medizin. Leider stagnieren die Überlebensraten seit Jahren auf einem niedrigen Niveau", sagt Studienleiter David Hörburger.

Ziel der Studie war es, deren Epidemiologie und Behandlung, wie sie fiktiv im im 24. Jahrhundert in der Welt von "Star Trek" dargestellt werden, zu analysieren, um Inspiration für die Gegenwart zu finden. Dazu wurden 526 Episoden der TV-Serien "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine" und "Star Trek: Voyager" auf das Auftreten von Kreislaufstillständen untersucht. Insgesamt 96 Fälle von Kreislaufstillstand wurden dabei dokumentiert und analysiert.

Besse Präventivmedizin

Ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist demnach auch im 24. Jahrhundert mit einer hohen Sterblichkeit verbunden (rund 90 Prozent). Allerdings zeigt die Analyse der Darstellung in der "Star Trek"-Serie eine deutliche Verschiebung der Ursache von internistischen hin zu traumatologischen Gründen, also Tod durch schwere Körperverletzungen, Verletzungen durch "Energiewaffen" und Vergiftungen und weniger durch Herzinfarkte oder Herzrhythmusstörungen, den beiden häufigsten Ursachen der Gegenwart. Hörburger: "Das legt den Schluss nahe, dass die Menschen in Zukunft wesentlich gesünder leben und über eine bessere Präventivmedizin verfügen als wir jetzt."

Heutzutage haben Menschen, die in einem Spital einen Herzstillstand erleiden, die beste Überlebenswahrscheinlichkeit, gefolgt von Patienten, denen das auf der Straße passiert. Die schlechtesten Aussichten haben Menschen, die zu Hause einen Herzstillstand erleiden. Das ist in der in "Star Trek" dargestellten Zukunft anders, erklärbar durch die Technologie des "Beamens", also des blitzschnellen Transports eines Menschen durch Materienübertragung von einem Ort an den anderen. Außerdem kamen in der Serie häufig medizinische Handscanner ("Tricorder") zum Einsatz und halfen bei der Behandlung von Patienten. (red, derStandard.at, 5.1.2015)

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