Offenbar erstmals IS-Anschlag in Saudi-Arabien

5. Jänner 2015, 13:37
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Zwei Grenzsoldaten getötet - Auch Angreifer getötet - IS betrachtet Saudi-Arabien als Verräter

Riad - Die im Irak und in Syrien kämpfende jihadistische Miliz "Islamischer Staat" (IS) hat möglicherweise erstmals einen Anschlag auf Saudi-Arabien verübt. Bei einem Schusswechsel und einem Selbstmordattentat in der Nähe eines streng überwachten Grenzübergangs zum Irak wurden am Montag zwei saudi-arabische Soldaten getötet. Für den Angriff übernahm zunächst niemand die Verantwortung.

Das Innenministerium in Riad bezeichnete die Angreifer als "terroristische Elemente". Der irakische Sicherheitsexperte Mustafa Alani sprach hingegen davon, dass der IS nun erstmals Saudi-Arabien selbst angegriffen habe. Das Selbstmordattentat deute auf eine IS-Urheberschaft hin. Die Gruppe sende damit eine Botschaft an das Königreich nach dessen Beitritt zu der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Allianz, sagte der Experte, der über enge Verbindungen zum saudi-arabischen Innenministerium verfügt.

Die Grenzpatrouille war nach Angaben des Ministeriums in den frühen Morgenstunden unter Beschuss geraten. Als die Sicherheitskräfte einen der Angreifer festnahmen, habe dieser einen Sprengsatz an seinem Gürtel gezündet. Einer der zwei getöteten Grenzsoldaten sei ein hochrangiger Offizier gewesen. Zudem seien ein dritter Posten verletzt und außer dem Selbstmordattentäter auch ein zweiter Angreifer getötet worden.

Gezielt Anschläge an der Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Irak sind eher selten. Der Angriff wurde in der Nähe des Grenzpostens Suweif (Suif) verübt. Dieser wird nur während der jährlichen islamischen Pilgerfahrt Hajj ins saudi-arabische Mekka geöffnet. Nach der Machtübernahme der sunnitischen extremistischen IS-Miliz in Teilen des Irak hat Saudi-Arabien im Juli Tausende Soldaten zur Unterstützung der Posten an der Grenze zum Irak abkommandiert.

Saudi-Arabien tritt zwar für die Anliegen der Sunniten ein. Doch der IS betrachtet das Königreich wegen der Beziehungen zum Westen als Verräter. Saudi-Arabien wiederum lehnt die Ideologie der Extremisten ab und beteiligt sich an von den USA geführten Luftangriffen gegen IS-Ziele in Syrien. Dort haben die extremistischen Sunniten wie im Irak große Gebiete erobert. (APA, 5.1.2015)

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