Bond-Dreharbeiten bei Schneefall in Altaussee

5. Jänner 2015, 16:37
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Kaum Schaulustige bei eisigen Temperaturen

Altaussee - Die Dreharbeiten für den 24. James-Bond-Film "Spectre" im obersteirischen Altaussee haben am Montag bei tief winterlichen Verhältnissen und damit unter erschwerten Bedingungen begonnen. Hauptdarsteller Daniel Craig wurde nur wenig gesichtet, auch weil das Set abgesperrt und wegen dem Schneegestöber von der Weite kaum sichtbar ist. Alle beteiligten Helfer müssen sich außerdem in Schweigen hüllen.

Am Vormittag konnte stundenlang nicht mit dem Dreh begonnen werden, da das Wetter ungünstig war. An den Hängen um den See wurden in der Früh mehrere Lawinen abgesprengt, um den Zugang zur Seewiese zu ermöglichen. Es herrschte teils extremer Wind auf der Seewiese, wo zentrale Aufnahmen stattfinden. Mit Details zu dem zweitägigen Dreh hielten sich sowohl Enrico Jakob von der CineStyria als auch die Produktionsfirma bedeckt: Man wolle möglichst ungestört drehen und auch nichts vom Inhalt des Films verraten.

Laut Jakob werden neben Bond-Darsteller Craig in Altaussee keine weiteren Stars erwartet. Dass der heimische Oscarpreisträger Christoph Waltz nicht in Österreich vor der Kamera stehen wird, war bereits zuvor bekannt. Fix ist nur, spektakuläre Actionszenen entstehen hier in Altaussee nicht. "Bei uns wird nichts in die Luft gesprengt", sagte er. Das "Tschin-Bumm" bleibe den zwei anderen Drehorten in Österreich, Sölden und Obertilliach, vorbehalten. "In Altaussee geht es um eine reine Spielszene mit dem Hauptdarsteller." Gerüchten zufolge soll Craig am Montag noch gar nicht im Einsatz gewesen sein und die meiste Zeit im Hotel verbracht haben.

Später wurde eine Plätte von Feuerwehrbooten über den See gezogen, denn das Holzboot wird in den Film miteingebunden. Die Rotorblätter der bereitgestellten Kamera-Hubschrauber wurden vom Schnee abgeklopft. Dann startete eine Maschine für Luftaufnahmen und schwebte länger in niedriger Höhe über dem See. Zugleich stand ein Transporthelikopter für schwerere Lasten bereit - und ein Rettungshubschrauber "für den Fall der Fälle", wie Jakob sagte. Schon in den vergangenen Tagen dürfte nicht nur Ausrüstung für den Dreh, sondern auch eine Reihe von Schneekanonen auf die Seewiese am anderen Ende des Sees gebracht worden sein.

Eisige Temperaturen

Die Zahl der Schaulustigen hielt sich am Montag in Grenzen, dazu blies der Wind wohl zu eisig. Nur wenige Spaziergänger und ein paar Kinder ließen sich das Treiben nicht entgehen.

Gedreht wurde am und um den See. In wie weit die Jagdhütte auf der Seewiese eingebunden wird, konnte Jakob nicht sagen. Inklusive der vielen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, die mit etwa zehn Booten am See unterwegs waren, dürfte die Filmcrew im Ort rund 200 bis 300 Personen umfassen. Am Nachmittag wurde dann auch noch ein Feuerwehrboot mit einem Schwenkkran ausgestattet. Der Ausleger mit der Kamera darauf war etwa drei Meter lang. Außerdem nahm das Schneetreiben nach Mittag wieder zu. Gegen 16.00 Uhr legten schließlich wieder alle Boote an und die Dreharbeiten schienen beendet zu sein.

Jakob zeigte sich erfreut über die Wahl der Produktionsfirma: "In den vergangenen zehn Jahren hatten wir 230 bis 240 Produktionen im Bundesland, ein James Bond ist aber schon ein Highlight für das Filmland Steiermark." Mit wie viel Subventionen das Land den Dreh unterstütze, werde allerdings erst im März feststehen. (APA, 5.1.2015)

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