Iranischer Präsident wirbt für wirtschaftliche Öffnung

4. Jänner 2015, 13:55
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Ausländische Investitionen könnten den Iran stärken, sagte Hassan Rohani am Sonntag bei einer Rede im Fernsehen

Teheran - Der iranische Präsident Hassan Rohani (Rouhani) hat für ein Ende der jahrzehntelangen wirtschaftlichen Isolation seines Landes geworben. "Das Land kann sich in der Isolation nicht entwickeln", sagte Rohani am Sonntag in einer im Fernsehen übertragenen Rede auf einer Konferenz in Teheran. Eine Stärkung der iranischen Wirtschaft führe über direktere Beziehungen zur Außenwelt, insbesondere über ausländische Investitionen. "Aber das bedeutet nicht, dass wir unsere Prinzipien und Ideale aufgeben müssen", fügte der Präsident der Islamischen Republik hinzu.

"Die Zeiten, in denen man gesagt hat, dass ausländische Investoren die Unabhängigkeit des Landes bedrohen, sind längst vergangen, heute ist es das Gegenteil", sagte Rohani vor rund 1.500 Wirtschaftsfachleuten, unter ihnen der Wirtschaftsminister und der Chef der iranischen Zentralbank. Eine Stärkung der iranischen Wirtschaft habe auch den Vorteil, dass dann einfacher mit dem Ausland verhandelt werden könne.

Rohani verteidigt Atomverhandlungen

In seiner Ansprache rechtfertigte Rohani auch die Gespräche zur Beilegung des Konflikts um das iranische Atomprogramm mit der 5+1-Gruppe, der die fünf UNO-Vetomächte sowie Deutschland angehören. "Niemand verhandelt über Grundsätze. (...) Die Verhandlungen sollen eine Brücke zwischen ihren Forderungen und unseren Forderungen bauen."

Der Iran pocht nach Verheimlichungen auf sein Recht, ein eigenes ziviles Atomprogramm zu unterhalten und sträubt sich gegen die Verringerung seiner Zentrifugen zur Anreicherung von Uran. Die Verhandlungen mit der 5+1-Gruppe hatte Teheran im November 2013 aufgenommen, eine nächste Verhandlungsrunde soll am 15. Jänner in Genf beginnen.

Ziel ist es, die internationalen Sanktionen gegen den Iran zu lockern, wenn das Land im Gegenzug sein Atomprogramm beschränkt. Damit soll garantiert werden, dass der Iran keine Atomwaffen herstellen kann. Das Land verhandelt offenbar unter dem Druck seiner schwächelnden Wirtschaft, die unter den Sanktionen sowie unter dem sinkenden Ölpreis leidet. (APA, 4.1.2015)

  • Der iranische Präsident Hassan Rohani will Investoren in sein Land locken.
    foto: reuters/bedford

    Der iranische Präsident Hassan Rohani will Investoren in sein Land locken.

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