Shiffrin zeigt sich in Zagreb unantastbar

4. Jänner 2015, 17:26
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USA-Amerikanerin siegt am Bärenberg nach einer Machtdemonstration vor Kathrin Zettel und der Norwegerin Nina Löseth

Die Auffahrt per Bus auf den Sljeme ist schon ziemlich kurvig, die Talfahrt in Form eines Slaloms per Ski, no na, noch kurviger. Das Rennen gehört zu den längeren im Weltcup und zu den anspruchsvolleren. Das freute die Österreicherinnen, die sich zuletzt im Kühtai und in Aare eher schwertaten. Mikaela Shiffrin ist es wurscht, ob es lang, kurz, flach oder steil dahingeht. Die Olympiasiegerin, Weltmeisterin und zweimalige Gewinnerin der Slalomgesamtwertung kann alles. Und zwar in der Regel am besten.

Die US-Amerikanerin hat ihr Tief, freilich eines auf hohem Niveau, überwunden. Im Kühtai holte sie vor einer Woche ihren ersten Slalomsaisonsieg. Mit neuem Material und Spaß. Da schon hatte sie angekündigt, noch nicht auf dem Toplevel angekommen zu sein. Jetzt ist sie es wohl.

"Snow Queen"

Souverän fuhr die 19-Jährige in Zagreb zu ihrem zwölften Weltcupsieg, dem elften im Slalom. Schon 2013 war Shiffrin beim bisher letzten Weltcup am Sljeme zur "Snow Queen" gekrönt worden. Der US-Star setzte sich am Sonntag 1,68 Sekunden vor Kathrin Zettel durch. So überlegen gewann sie noch nie. "Ich hatte so viel Spaß", sagte Shiffrin. "Zum ersten Mal in meiner Karriere fühle ich, dass ich alles unter Kontrolle habe." Alles unter Kontrolle hatte auch Kathrin Zettel. Immerhin dominierte sie den Rest der Slalomelite. In beiden Läufen war die Niederösterreicherin Zweitschnellste, 1,11 Sekunden hatte sie am Ende Guthaben auf die drittplatzierte Nina Löseth aus Norwegen. Zum dritten Mal landete Zettel in Zagreb auf Platz zwei, zum vierten Mal in dieser Saison auf dem Stockerl. "Shiffrin ist von einem anderen Stern", sagte die 28-Jährige, die "trotzdem sehr zufrieden" war.

Löseth fuhr zum ersten Mal überhaupt auf das Weltcup-Podest. Für die 25-Jährige "hat alles zusammengepasst".

Carmen Thalmann verlor als zweitbeste Österreicherin auf Rang zehn 4,99 Sekunden. Bernadette Schild wurde Zwölfte. Auf dem glatten Untergrund gab es zahlreiche Ausfälle. Michaela Kirchgasser schied nach Platz sieben im zweiten Durchgang aus. Nicole Hosp scheiterte im ersten Lauf. Die Tirolerin war am Vortag beim Training gestürzt, fühlte sich dadurch aber nicht behindert.

Gelungen

Die Veranstaltung als solche - der Damenweltcup gastierte zum elften Mal in Zagreb - konnte durchaus als gelungen bezeichnet werden. Nach der Absage der Weltcuprennen im vergangenen Jahr wohnten immerhin rund 8000 Zuschauer und die Sonne dem Slalom bei. Und das, obwohl es keine der vier Kroatinnen in die Entscheidung schaffte. Dass der Sessellift, der Journalisten ins Zielgelände bringen sollte, ausgerechnet kurz vor dem Start des zweiten Durchganges wegen Wartungsarbeiten ausfiel, war vielleicht von Vorteil. Den sichersten Eindruck machte er nicht.

Noch einen Slalom haben die Damen vor der WM in Vail im Februar zu absolvieren - jenen am 13. Jänner in Flachau. Bei den Herren stehen bis zu den Titelkämpfen noch fünf Slaloms an. Der nächste am Dienstag in Zagreb - unter Flutlicht. Marcel Hirscher wird eher nichts gegen seinen dritten Sieg am Sljeme und seinen zweiten Saisonerfolg im Slalom haben. Olympiasieger Mario Matt nichts gegen erstmaliges Punkten. (Birgit Riezinger, DER STANDARD, 05.01.2015)

Ergebnis: Slalom Zagreb


Die Reise erfolgte auf Einladung von Zagreb Tourismus und des kroatischen Skiverbandes.

  • Ihre Majestät, die Zagreber Schneekönigin Mikaela Shiffrin,
    foto: apa/epa/bat

    Ihre Majestät, die Zagreber Schneekönigin Mikaela Shiffrin,

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