Deutscher Zeitschriftenbranche hofft auf digitale Abos

4. Jänner 2015, 08:29
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Verbands-Chef Scherzer fordert angesichts Google und Facebook "faire Rahmenbedingungen"

Trotz der kostenlosen Angebote im Internet könnten deutsche Verlage mit ihren Digitalangeboten zunehmend Geld verdienen. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, der dpa in Berlin. Allerdings fielen auf "Monopolisten wie Google" oder digitale "Schleusenwächter" wie Facebook rund 50 Prozent der globalen Werbeumsätze.

"Belastung"

Dieser "Staubsaugereffekt" belaste die Vermarktung und Reichweiten der Verlagsangebote. Angesichts wachsender Monopole im Netz fordert der VDZ hier "faire Rahmenbedingungen - keine Almosen oder Subventionen".

Beispielhaft seien Plattformen wie der Musikanbieter Spotify oder der Streaming-Dienst Netflix mit ihren Pauschaltarifen. "Die Menschen sind durchaus bereit, sich zu binden", sagte Scherzer. Dies zeigten auch etwa die einschlägigen Erfolge der "New York Times" und der US-Nachrichtenplattform "Politico". Die Bündelung von Print, Web und Mobil stütze aber auch die Print-Abos. Jeden Monat zahlten die Deutschen mehr als 270 Millionen Euro für Zeitschriften, sagte Scherzer.

Personalquerelen wie beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" oder den Umbau beim Verlagshaus Gruner + Jahr ("Stern", "Brigitte") sieht Scherzer auch als Folge der Veränderungen in der Medienwelt: "Natürlich geht es in Branchen, die sich im Wandel befinden, nicht immer ruhig und entspannt zu." Als Vergleich nannte Scherzer die Energiewirtschaft und die Automobilbranche.

Wandel

Ob Publikumsverlage oder Fachverlage: Alle "stehen beim medialen Wandel mitten auf dem Spielfeld - und sehen nicht taten- und ratlos von der Seitenlinie zu", sagte Scherzer. Allein 2014 seien 130 neue Titel erschienen, immer mehr Häusern gelinge es, ihre Umsätze im Internet zu steigern.

Auf 2015 blickt Scherzer mit Zuversicht. 2014 seien die Umsätze bei 14,8 Milliarden Euro gelegen. Für 2015 hoff Scherzer auf ein ähnliches Niveau - wenn es keinen Konjunktureinbruch gibt. (APA, 4.1.2015)

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