Politiker äußern Betroffenheit über Kurt Kuchs Tod

3. Jänner 2015, 19:11
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Darabos: "Freund verloren" - Blümel würdigt investigativen Journalisten - Glawischnig: "Durch offenen Umgang mit Krankheit Augen geöffnet"

Betroffen über den Tod des Journalisten Kurt Kuch hat sich am Samstag die Politik gezeigt. In Aussendungen würdigten Vertreter von SPÖ, ÖVP, Grünen und NEOS den Verstorbenen. Die Republik sei Kuch zu "größtem Dank" für dessen Aufdeckungen verpflichtete, meinte etwa Norbert Darabos (SPÖ).

"Freund verloren"

"Kurt Kuch war eine herausragende Persönlichkeit und einer der wichtigsten Investigativ-Journalisten dieses Landes", sagte SP-Bundesgeschäftsführer Darabos in einer Aussendung. Er habe es stets verstanden, "als Journalist seinen Finger auf die wunden Punkte dieser Republik zu legen und Korruption und Misswirtschaft aufzudecken. Vor allem aber war Kurt Kuch ein Mensch, wie er nur selten anzutreffen ist. Mit ihm habe auch ich einen Freund verloren."

Die gesamte Republik sei Kuch "zu größtem Dank für dessen Entdeckungen in Sachen Hypo Alpe Adria, Eurofighter, Buwog, Telekom, Offshore Leaks und viele mehr verpflichtet", so Darabos, der auch Kuchs offenen Umgang mit seiner Krankheit hervorstrich.

"Augen geöffnet"

Auch SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder würdigte die "großen Verdienste" Kuchs.Darabos wie auch sein ÖVP-Gegenüber, Generalsekretär Gernot Blümel, sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus: "Unsere Anteilnahme gilt in diesen Stunden seiner Familie und seinen Freunden", so Blümel. Mit Kuch verliere die österreichische Medienlandschaft einen ihrer bekanntesten investigativen Journalisten, sagte der ÖVP-Generalsekretär und Mediensprecher.

Auch die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig würdigte die Verdienste Kuchs. Dieser sei aber nicht nur ein "herausragender Journalist" gewesen, sagte sie. "Er hat uns auch privat durch seinen offenen Umgang mit seiner schweren Krankheit die Augen geöffnet. Sein Kampf gegen den Krebs, der auch zum Kampf gegen das Rauchen wurde, kann nicht hoch genug angerechnet werden." Auch sie sprach der Familie des Verstorbenen ihr Beileid aus.

Betroffen zeigte sich auch NEOS-Klubobmann Matthias Strolz: "Sein journalistisches Wirken war ebenso mutig und beherzt wie das Ringen mit seiner Krebskrankheit." Den Hinterbliebenen sprach er sein tiefes Mitgefühl aus.

Nicht gescheut vor "problemhaften Zonen"

Als einen der "besten und wichtigsten Journalisten des Landes" würdigte der stellvertretende Vorstand des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Fritz Hausjell, den Verstorbenen im Gespräch der APA.

Das Besondere an Kuch sei gewesen, dass sich dieser nicht gescheut habe, auch "jene problemhaften Zonen" zu thematisierten, die auch die Eigentümervertreter des Verlages betrafen, sagte Hausjell - etwa mit Blick auf die Aufarbeitung der Briefkastenfirmen von Ex-Raiffeisenbanker Herbert Stepic. Auch habe sich Kuch stets für gute Rahmenbedingungen für investigativen Journalismus eingesetzt.

Stronach, FPÖ, BZÖ

Die geschäftsführende Klubobfrau des Team Stronach äußerte ebenfalls tiefe Betroffenheit: "Der 'News'-Journalist wird der Medienwelt fehlen."

"Mit dem Tod von Kurt Kuch verliert die österreichische Medienlandschaft einen ihrer profiliertesten und engagiertesten Journalisten. Seine Offenheit im Umgang mit seiner Krebserkrankung, sein Optimismus und sein mutiger Kampf gegen diese Krankheit nötigen den größtmöglichen Respekt ab", ließ Herbert Kickl verlauten, Generalsekretär und Mediensprecher der FPÖ.

BZÖ-Chef Gerald Grosz bezeichnete Kuch als den "personifizierten Mut". Er adressierte ihn persönlich in einer Aussendung, etwa mit: "Vor niemandem bist Du eingeknickt, weder vor den korrupten Ganoven der Republik noch vor Deiner schweren Erkrankung." (APA, red, derStandard.at, 3.1.2015)

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