Villach gewinnt Winter Classic nach Zwangspause

3. Jänner 2015, 18:50
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In der Drittelpause wurde eine Leitung angebohrt - VSV behält im Derby vor knapp 30.000 Zusehern gegen den KAC mit 4:1 die Oberhand

Klagenfurt - Der Villacher SV bleibt Kärntner Freiluft-Meister. Die "Adler" gewannen am Samstag in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) auch das zweite Open-Air-Derby im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen den KAC. Fünf Jahre nach einem 3:1 setzte sich der VSV vor 29.700 Zuschauern diesmal mit 4:1 durch.

Das Open-Air-Derby hatte auch einen kuriosen Zwischenfall zu bieten. In der Pause nach dem zweiten Drittel wurde mit einem Bohrer eine Wasserleitung beschädigt - Wasser trat auf die Eisfläche aus und Reparaturarbeiten wurden notwendig. Erst nach einer rund 30-minütigen Pause konnte weitergespielt werden.

Starker Start der Villacher

Zu Beginn gaben zunächst nur die Gäste aus Villach den Ton an. Während der KAC viele unnötige Fehler produzierte, agierte der VSV aggressiv und zweikampfstark und erfreute seine Fans mit einer schnellen 2:0-Führung. Zunächst verwertete Krog einen idealen Pretnar-Pass (6.), zwei Minuten später bezwang Waugh mit einem abgefälschten Schuss (8.) den mit einer Zipfelmütze spielende KAC-Torhüter Swette.

KAC-Couch Doug Mason nahm sofort ein Time-out, aber erst gegen Ende des ersten Drittels fand auch sein Team ins Spiel. "Villach hat seine Chancen genützt, wir haben aber zurück ins Spiel gefunden, unsere Chancen aber leider nicht genützt", bilanzierte Stürmer Koch die ersten 20 Minuten, in denen der KAC knapp vor der ersten Pause nur die Stange traf.

Hoher Stock verhinderte KAC-Tor

35 Sekunden nach Wiederbeginn hofften die KAC-Fans ebenfalls vergeblich auf den Anschlusstreffer, nachdem die Scheibe im Netz war. Die beiden Head-Schiedsrichter entschieden nach Video-Beweis und Konsultation von Schiri-Boss Lyle Seitz aber auf hohen Stock. In der 34. Minute durfte der im Mitteldrittel dominierende KAC aber tatsächlich jubeln. Im Powerplay traf Hundertpfund, der schon am 9. Jänner 2010 den einzigen Treffer des Rekordmeisters erzielt hatte. Der Stürmer verwertete einen Abpraller nach einem Pöck-Schuss.

Der VSV ging dank McBride, der in der 40. Minute im Powerplay erfolgreich war, dennoch mit einem Zwei-Tore-Vorsprung ins Schlussdrittel, das mit Verzögerung begann. Ein Bohrer, der zur Fixierung des Tors verwendet wurde, bohrte eine Leitung unter dem Eis an, worauf die Teams wieder in die Kabine wanderten.

Vierter Derbyerfolg in Serie

Nach einer Pause von rund einer halben Stunde konnte die Partie fortgesetzt werden. Die erhoffte Wende und Revanche für die Niederlage bei der Open-Air-Premiere gelang dem KAC aber nicht mehr. Denn die Villacher erhöhten durch Nageler auf 4:1 (45.) und schafften damit die Vorentscheidung. Für den VSV war es zudem bereits der vierte Derbyerfolg in Serie.

In der Tabelle festigte der VSV seinen Platz in den Top 6. Die Villacher rückten auf Rang vier vor und haben nun schon neun Punkte Vorsprung auf den neuntplatzierten Lokalrivalen, der in großer Gefahr ist, so wie im Vorjahr das obere Play-off und damit einen Fixplatz im Viertelfinale zu verpassen. Der KAC hat vor den ausstehenden neun Spielen sieben Punkte Rückstand auf Rang sechs und zudem schon ein Spiel mehr ausgetragen. (APA, 3.1.2014)

Ergebnis der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) vom Samstag - Freiluftspiel im Wörthersee-Stadion von Klagenfurt:

KAC - VSV 1:4 (0:2,1:1,0:1) Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 29.700.

Tore: Hundertpfund (34./PP) bzw. Krog (6.), Waugh (8.), McBride (40./PP), Nageler (45.). Strafminuten: 4 bzw. 6.

Stimmen

Hannu Järvenpää (VSV-Trainer): "Es war eine großartige Nacht, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Wir sollten uns über das Event freuen, es war phänomenal. Im ersten Drittel sind wir scharf gestartet, haben hart gearbeitet. Unser Spielplan funktionierte gut. Im Mitteldrittel hat der KAC dominiert, (Torhüter) Hönickl hielt uns im Spiel."

Gerhard Unterluggauer (VSV-Kapitän): "Ein Derby-Sieg ist immer schön, wenn du auch das zweite Freiluftderby gewinnst, ist es eine Draufgabe. Die ersten zehn, zwölf Minuten waren wir bereit, wir haben das Spiel einfach gemacht, das hat recht gut funktioniert. Im Mitteldrittel hat der KAC viel Druck gemacht, da hatten wir richtig Schwein."

Daniel Nageler (VSV-Torschütze): "Das war ein unbeschreibliches Erlebnis. Die Open-Air-Atmosphäre, die vielen Leute, die Stimmung und dann ist mir auch noch ein Tor gelungen. Schöner geht's nicht."

Doug Mason (KAC-Trainer): "Ich bin sehr, sehr enttäuscht, wie wir das Spiel begonnen haben. Ich habe keine klare Erklärung dafür. Am Anfang hat es ausgesehen, als würden die Pittsburgh Penguins gegen die U12 des KAC spielen. Villach hatte die 2:0-Führung verdient, und egal in welcher Liga, es ist schwer nach einem 0:2. Wir haben es nicht verdient, dieses Spiel zu gewinnen. Danke an die Fans, es war eine großartige Sache. Aber egal ob Wintercalssic oder normales Spiel, wir haben die Punkte verloren."

Johannes Reichel (KAC-Kapitän): "Es ist heute schwierig, Worte zu finden. Es ist extrem enttäuschend, wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Ich glaube, dass wir mit dem Druck in den ersten 15 Minuten nicht zurechtgekommen sind. Es tut mir leid für alles KAC-Fans, die mehr erhofft haben und mehr verdient hätten. Im Moment bin ich auch ein bisschen ratlos. Das Spiel ist uns davongelaufen, wir haben es nicht geschafft, im 2. und 3. Drittel ranzukommen. Wir haben heuer Probleme, in den richtigen Momenten Tore zu machen und bekommen hinten blöde Tore."

Oliver Setzinger (KAC-Spieler): "Natürlich war das ein Weltklassespektakel. Aber nach diesem Spiel sind wir einfach nur bitter enttäuscht. Wir brauchen Punkte, egal ob das Match hier im Stadion, auf dem Nordpol oder in der Halle stattfindet. Wir machen in allen Mannschaftsteilen zu viele unnötige Fehler. Das sind Fehler, die man einfach nicht machen darf."

  • Das Fußballstadion ist ja doch zu gebrauchen.
    foto: apa/steinthaler

    Das Fußballstadion ist ja doch zu gebrauchen.

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