Meistgesuchter griechischer Terrorist festgenommen

4. Jänner 2015, 20:30
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Rädelsführer von linker Untergrundgruppe in Athen von Polizei verhaftet

Athen - Nach rund einjähriger Flucht hat die griechische Polizei den meistgesuchten Linksterroristen des Landes festgenommen. Neben zahlreichen Waffen seien bei Christodoulos Xiros auch Pläne für einen Angriff auf ein Hochsicherheitsgefängnis gefunden worden, teilte der griechische Minister für Bürgerschutz, Vasilis Kikilias, am Sonntagabend mit.

Beamte hatten Xiros am Samstag festgenommen. Der Linksextremist ließ sich den Angaben zufolge widerstandslos festnehmen. Kikilias begrüßte die Festnahme. Xiros sei ein "Terrorist", erklärte der Minister.

Der 56-Jährige ist einer der "Killer" der Organisation 17. November (17N). Xiros war Anfang Jänner 2014 nach einem Hafturlaub nicht wieder ins Gefängnis zurückgekehrt, wo er wegen mehrerer lebenslanger Haftstrafen einsaß. Kurz darauf drohte er der Regierung mit neuen Anschlägen. In einem von ihm in einem Internetvideo verlesenen Manifest erklärte er, er werde den bewaffneten Kampf fortsetzen.

Waffen im Unterschlupf

Xiros wurde nach Polizeiangaben in Anavyssos südlich von Athen gefasst. Dort habe er in den vergangenen Monaten in einer Mietwohnung gelebt. Xiros ließ sich demnach die Haare lang wachsen, trug einen Bart und eine Brille. In seinem Unterschlupf fanden die Beamten acht Sturmgewehre, Handgranaten, eine Panzerfaust und Munition. Dort sei auch der Plan des Überfalls auf ein Hochsicherheitsgefängnis in der Hafenstadt Piräus sichergestellt worden, teilte die Polizei mit. Mit der Aktion hätten gefangene Terroristen befreit werden sollen.

Xiros war 2003 von der griechischen Justiz zu sechs Mal lebenslanger Haft verurteilt worden. Weitere vier 17N-Mitglieder sowie ihr Chef erhielten damals ebenfalls mehrfache lebenslange Haftstrafen.

Die Terrororganisation hatte zwischen 1975 und 2000 insgesamt 23 Menschen in Griechenland ermordet. Im Mai 2014 hatte Xiros eine Paketbombe an eine Polizeistation geschickt. Sie konnte aber damals rechtzeitig entschärft werden. In einer im Internet verbreiteten Erklärung drohte Xiros mit weiteren Anschlägen und einem "Partisanenkampf mit der Waffe in der Hand". Die Regierung in Athen hatte eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro für Hinweise ausgelobt, die zu seiner Festnahme führen. (APA, 3.1.2015)

  • Christodoulos Xiros im Jahr 2003.
    foto: ap/messinis

    Christodoulos Xiros im Jahr 2003.

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