EU gibt eine Million für Kampf gegen jihadistische Propaganda aus

3. Jänner 2015, 15:57
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Experten sollen von Belgien aus Regierungen unterstützen

Brüssel - Die EU will den Kampf gegen jihadistische Propaganda im Internet mithilfe einer in Belgien ansässigen neuen Beratergruppe für die Mitgliedstaaten verstärken. Ziel sei es, den Regierungen der EU-Staaten bei Bedarf "unmittelbare Antworten" auf Fragen zu dem Bereich geben zu können, sagte der EU-Antiterrorbeauftragte Gilles de Kerchove der belgischen Tageszeitung "Le Soir" vom Samstag.

Unter anderem sollten die Berater "Gegenerzählungen" als Reaktion auf Propaganda anbieten können. Extremistengruppen wie die jihadistische Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nutzen das Internet verstärkt, um Kämpfer und Unterstützer zu rekrutieren. Der IS veröffentlichte in der jüngeren Vergangenheit zudem mehrere Videos im Netz, in denen Hinrichtungen westlicher Staatsbürger zu sehen waren.

Interviews enttäuschter Kämpfer

Als Beispiel für Materialien zum Kampf gegen den Extremismus, die von den Experten zur Verfügung gestellt werden sollten, nannte de Kerchove etwa Interviews mit enttäuschten Kämpfern, die aus dem Bürgerkrieg in Syrien zurückkehrten. Nach Angaben von "Le Soir" will die EU über 18 Monate rund eine Million Euro für bis zu sechs Berater zur Verfügung stellen.

Nach früheren Angaben de Kerchoves vom September reisten aus der EU etwa 3.000 Menschen zur Unterstützung des IS nach Syrien oder in den Irak. In den Mitgliedstaaten herrscht die Sorge, dass diese nach ihrer Rückkehr aus den Kampfgebieten zur extremistischen Bedrohung in den Heimatländern werden könnten. (APA, 3.1.2014)

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