Euro beginnt das Jahr mit Vierjahrestief

2. Jänner 2015, 12:34
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Die Gemeinschaftswährung fällt auf tiefsten Stand seit Juni 2010, auch weil Draghi Spekulationen auf baldige EZB-Staatsanleihenkäufe schürt

Frankfurt - Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Eurozone haben den Euro zum Jahresbeginn auf Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung fiel am Freitag in der Spitze um 0,6 Prozent auf 1,2033 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Der Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollar zu anderen wichtigen Währungen abbildet, kletterte mit 90,72 Punkten auf den höchsten Stand seit knapp neun Jahren.

Hintergrund sind Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die Spekulationen schürten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch in diesem Monat zusätzliche Konjunkturhilfen beschließt. Draghi erklärte in einem "Handelsblatt"-Interview, die EZB befinde sich in technischen Vorbereitungen, um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern. Draghi hatte zuletzt zur Abwehr eines für die Wirtschaft gefährlichen Preisverfalls auf breiter Front notfalls auch den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt.

Straffung der Geldpolitik

Händlern zufolge stellen sich Investoren derzeit auf die zunehmend unterschiedlichen Vorgehensweisen der EZB und der US-Notenbank (Fed) ein. Letztere strebt angesichts einer anziehenden Konjunktur in den USA die Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik an. Die Erholung der Wirtschaft in den USA sei nicht herausragend, aber sie sei sicherlich stärker als in vielen anderen Industriestaaten, sagte Callum Henderson von der Standard Chartered Bank in Singapur.

An den Fernostbörsen blieb der Handel ruhig, da die Leitbörsen in Tokio und Schanghai wegen der Feiertage geschlossen waren. Der Markt in Sydney legte um 0,5 Prozent zu. Die Börsen in Hongkong und Seoul gewannen jeweils 0,6 Prozent.

Der im vorigen Jahr kräftig gefallene Ölpreis zog etwas an. Ursache waren ein unerwartet starker Rückgang der Öllagerbestände in den USA und der Brand in einer US-Ölanlage. Öl der führenden Nordseesorte Brent verteuerte sich um 21 Cent auf 57,54 Dollar je Barrel. US-Öl kostete mit 53,82 Dollar 55 Cent mehr. (APA, 2.1.2014)

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