Peugeot mit Staraufgebot gegen Mini-Dominanz

2. Jänner 2015, 12:33
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Franzosen wollen bei Dakar-Comeback Siegesserie der Minis beenden und setzen dabei auf Peterhansel, Sainz und Despres

Buenos Aires - Nein, einfach nur zurückkehren, das wollte Peugeot nicht. Der französische Autobauer will mehr und fährt auf: Für die erste Teilnahme bei der Rallye Dakar seit 25 Jahren hat Peugeot quasi die Crème de la Crème engagiert. Stéphane Peterhansel, insgesamt elffacher Dakar-Sieger, Cyril Despres, fünffacher Gewinner bei den Motorrädern und Carlos Sainz, Dakar-Champion 2010 und zweimaliger Rallyeweltmeister treten an. Der Sieg, no na, soll her. Den hatte zuletzt Mini abonniert. Dreimal in Folge gewann das deutsche Team die prestigereiche Rallye in Südamerika.

Peugeot triumphierte beim Offroadklassiker, der damals noch in Afrika gefahren wurde, von 1987 bis 1990 - jeweils mit dem Finnen Ari Vatanen am Steuer. Trotz akribischer Vorbereitung werden die 13 Etappen und mehr als 9000 Kilometer, die ab Sonntag von Buenos Aires aus in Angriff genommen werden, eine Fahrt ins Ungewisse. "Unser größtes Problem ist, dass wir wissen, dass wir schnell sind - wir wissen aber nicht, wie schnell wir im Vergleich zu den anderen sind", sagte Peterhansel. "Mit einem neuen Auto ist es wahrscheinlicher, dass etwas schiefgeht." Der Franzose gewann sechsmal die Motorradwertung der Dakar-Rallye, fünfmal die Autowertung. Zuletzt siegte er 2013 in einem Mini, im Vorjahr wurde er Zweiter, nachdem er sich einer umstrittenen Stallregie gebeugt und Nani Roma den Sieg überlassen hatte.

Im Gegensatz zu den Allrad-Minis setzt Peugeot auf Heckantrieb. Der bisher letzte Sieg eines zweiradgetriebenen Wagens datiert aus dem Jahr 2000 (Jean-Louis Schlesser, Renault).

Roma sieht den Mini ALL4 Racing derzeit als Maßstab in der Cross-Country-Rallye. "Aber", sagt der Spanier, "die Dakar bietet immer noch besondere Herausforderungen." Zum Beispiel eine Marathonetappe, die erstmals seit 2005 wieder auf dem Programm steht. Dabei dürfen Fahrer und Co-Piloten keine Hilfe von außen annehmen. Nur gegenseitige Hilfe unter den Teilnehmern ist erlaubt.

Neben Roma starten der Argentinier Orlando Terranova sowie der Pole Krzysztof Holowczyc für den deutschen Rennstall. Nasser Al-Attiyah aus Katar fährt ebenfalls in einem Mini um seinen zweiten Dakar-Sieg. 2011 hatte er in einem VW gewonnen, im Vorjahr war er im Mini Dritter. Nach mehreren Tests entschied sich der 44-Jährige, der 2012 in London Olympiadritter im Skeetschießen wurde, für heuer erneut für einen Mini. "Das ist eindeutig das beste Auto für die Dakar."

Wer noch mitmischt

In den Kampf des Titelverteidigers gegen die Herausforderer könnte sich auch der Südafrikaner Giniel de Villiers im Toyota Hilux einmischen. Wiedergutmachung nach einer verkorksten Dakar 2014 will der US-Amerikaner Robby Gordon im Hummer. "Ich komme nicht, um mich zu entspannen, sondern um zu gewinnen."

Österreichs Beitrag zur 36. Ausgabe der Rallye Dakar ist der Salzburger Matthias Walkner. Der 28-jährige KTM-Pilot gibt sein Debüt in Südamerika. (APA/red, DER STANDARD, 3.1.2015)

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Dakar

  • Peugeot verfolgt beim Comeback nach 25 Jahren mit Carlos Sainz und Co. ambitionierte Ziele.

    Peugeot verfolgt beim Comeback nach 25 Jahren mit Carlos Sainz und Co. ambitionierte Ziele.

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