Totgeglaubte leben länger: "Resurrection" im ORF

2. Jänner 2015, 10:29
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Hauptdarsteller Epps: "Ich reagiere meistens besser, wenn ich mich unwohl fühle" - Erste Staffel der Mystery-Serie ab 7. Jänner in Doppelfolgen auf ORF eins

Wien - Totgeglaubte leben länger: Im Fall der US-Serie "Resurrection" trifft diese Aussage den Nagel auf den Kopf, als Verstorbene plötzlich wieder unter den Lebenden weilen und den Alltag der Kleinstadt Arcadia durcheinanderbringen. Es gehe darum, "wie gewöhnliche Menschen reagieren, wenn sie mit ungewöhnlichen Dingen konfrontiert werden", umreißt Hauptdarsteller Omar Epps die Handlung im APA-Gespräch.

Er gibt in der ABC-Produktion, die ab 7. Jänner auf ORF eins (in Doppelfolgen ab 20.15 Uhr) zu sehen ist, Martin Bellamy, einen Mitarbeiter der amerikanischen Einwanderungsbehörde, der "in diese Geschichte hineingeworfen wird". Am Anfang steht dabei ein achtjähriger Bub, der in einem chinesischen Reisfeld erwacht und die Behörden vor ein Rätsel stellt: Die Suche nach auf ihn passenden Vermisstenanzeigen bleibt zunächst erfolglos. Niemand kann sich erklären, wie der kleine Jacob dorthin gelangt ist.

Romanvorlage

Das auf dem Roman "The Returned" von Jason Mott basierende Format führt Bellamy und den Buben in weiterer Folge in eine Kleinstadt in der Provinz: In Arcadia kennt jeder jeden und Neuankömmlingen begegnet man klischeehaft mit Argwohn sowie Misstrauen - besonders, wenn sie mit einem vor 32 Jahren verstorbenen Kind aufkreuzen. Langsam wird deutlich, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht und schon gar nicht logisch erklärt werden kann. Das Auftauchen von Jacob bringt eine Lawine ins Rollen.

"Arcadia ist einerseits eine Metapher für Amerika, andererseits für die gesamte vernetzte Welt", beschreibt Epps das Setting der Serie. "Am Ende des Tages sind wir eine einzige, große Familie auf diesem Planeten. Wir nutzen Arcadia, diese idyllische Kleinstadt, um diesen Familienaspekt in die Mythologie der Serie einzubauen." Die Suche nach den Hintergründen für die "Auferstehung" des Buben lässt Bellamy dabei immer tiefer in die Vergangenheit des Ortes und seiner Bewohner eintauchen, was diese kaum goutieren.

"Frage nach Leben und Tod"

"In unserer Serie stellen wir einige ziemlich große Fragen, die sich in den Hinterköpfen vieler Menschen finden. Ein verbindendes Thema ist natürlich die Frage nach Leben und Tod", erläutert der Schauspieler, der hierzulande vor allem als Dr. Eric Foreman aus der Serie "Dr. House" bekannt ist. "Wir gehen über dieses 'Was wäre, wenn...' hinweg und schauen uns die tatsächlichen Auswirkungen an. Wie reagieren die Leute auf die Wiederkehr dieser Personen, wie geht es ihnen emotional dabei, wie wird ihr Glaube beeinflusst?"

Allzu menschliches Drama trifft dabei auf eine gehörige Portion Mystery, wobei die Figur Bellamys in dieser Mischung als Leitfaden dient. "Er ist der Beobachter, der gemeinsam mit den Leuten vor den Bildschirmen zusieht, was sich da entwickelt", so Epps. "Jedenfalls beginnt es so." Denn im Laufe der acht Episoden der ersten Staffel zieht es den Bundesagenten immer tiefer in dieses Geheimnis, während die Zuseher mehr über seine eigene Vergangenheit erfahren. "Er befindet sich in einer grauen Zone und pendelt zwischen Emotion und Logik."

Gemeinsamkeit

Die Rolle habe Epps auch deshalb angesprochen, weil er Bellamy nur schwer einordnen konnte. "Ich reagiere meisten besser, wenn ich mich unwohl fühle und etwas nicht genau benennen kann. Aus kreativer Sicht ist das für mich ein guter Ausgangspunkt." Eine Gemeinsamkeit gebe es dann aber doch: "Ich verstehe ihn sehr gut, wenn es um seinen Beschützerinstinkt geht. Ich bin selbst Vater und kann das wirklich nachvollziehen. Im Laufe der ersten Staffel wird man noch mehr darüber erfahren, warum diese Rolle bei ihm so stark ausgeprägt ist."

An der Seite von Epps sind in der Mystery-Serie u.a. Devin Kelley als die ihn unterstützende Ärztin Maggie Langston sowie Kurtwood Smith und Frances Fisher als Eltern des kleinen Jacob zu sehen. Die zweite, auf 13 Episoden ausgelegte Staffel ist im September in den USA angelaufen, ein Sendetermin dafür im ORF ist noch offen. (APA, 2.1.2015)

  • "Resurrection": V.l.n.r.: Mark  Hildreth, Kurtwood  Smith, Landon  Gimenez, Frances  Fisher, Omar  Epps, Devin  Kelley,  Matt  Craven, Samaire  Armstrong und Sam  Hazeldine.
    foto: orf/disney/bob d'amico

    "Resurrection": V.l.n.r.: Mark Hildreth, Kurtwood Smith, Landon Gimenez, Frances Fisher, Omar Epps, Devin Kelley, Matt Craven, Samaire Armstrong und Sam Hazeldine.

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