Afghanistan: Rakete auf Hochzeitsfeier, Soldaten vor Kriegsgericht 

2. Jänner 2015, 18:21
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Kurz nach der vollen Verantwortung für die Sicherheit des Landes - Mutmaßlich feuerten Soldaten die Rakete ab

Kabul - Nach dem tödlichen Raketenangriff auf eine Hochzeitsgesellschaft in der südafghanischen Provinz Helmand ermittelt die Armee gegen zwei Soldaten. Sie würden beschuldigt, die Rakete abgefeuert zu haben, sagte Mohammed Jan Rasoulyar, der Vize-Provinzgouverneur, am Freitag.

Bei dem Einschlag am Mittwoch im Distrikt Sangin seien nach jüngsten Angaben mindestens 27 Menschen getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs Omar Sawk. Mindestens 48 Menschen seien verletzt worden.

Bei einem Bombenanschlag in derselben Provinz wurden nach diesen Angaben am Freitag zudem mindestens vier Zivilisten getötet. Das Auto der Opfer sei in der Stadt Lashkar Gah in eine Sprengfalle geraten, sagte Sawk. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Für den Raketeneinschlag bei der Hochzeitsfeier hatten die Behörden zunächst die Taliban verantwortlich gemacht. Diese bestritten jedoch, die Rakete abgefeuert zu haben.

Polizeiangaben zufolge hatten Extremisten einen Armeeposten beschossen. Als die Soldaten das Feuer erwiderten, traf eine Rakete das Haus, in dem sich die Hochzeitsgesellschaft aufhielt. Die beiden Schützen sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden, sagte der Rasoulyar.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte den Raketenangriff scharf. Die afghanische Regierung müsse den Vorfall aufklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, forderte Ban laut Mitteilung der Vereinten Nationen in New York. Den Angehörigen der Opfer sprach Ban sein Beileid aus.

In Sangin kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen Taliban und afghanischer Armee. Der Distrikt gilt als eine der unsichersten Gegenden der Provinz. Die Taliban bauen dort Mohn an.

Mit dem Jahreswechsel tragen die Afghanen die volle Verantwortung für die Sicherheit im Land. Der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan endete nach 13 Jahren. Ausländische Soldaten unterstützen afghanische Sicherheitskräfte jedoch weiter mit Ausbildung und Beratung. Für die NATO-Mission "Resolute Support" (Entschlossene Unterstützung) sollen 12.000 ausländische Soldaten im Land bleiben, darunter 850 Deutsche. (APA, 2.1.2015)

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