Sony-Hacker planen Angriff auf US-Medienhaus 

1. Jänner 2015, 14:08
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Das FBI warnt in internen Dokumenten vor einem Angriff auf CNN - und könnte dabei einem Hoax aufgesessen sein

Unerwartet ruhig ist es nach der Veröffentlichung der Nordkorea-Satire "The Interview" rund um den Sony-Hack geworden: Entgegen massiven Drohungen hatten Hacker nach dem Start des Films keine neuen Interna aus dem Hause Sony Pictures bereitgestellt. Ein Vorgang, der Skeptiker in ihren Zweifeln, dass tatsächlich Nordkorea hinter dem Cyberangriff steckt, bestärkt. Die Stille könnte aber auch nur die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm sein: Denn wie aus internen FBI-Dokumenten hervorgeht, schwebt derzeit ein großes US-Medienhaus in Gefahr, das nächste Opfer der Hackerbande zu werden.

Drohung gegen "USPER2"

Wie TheIntercept berichtet, spricht das FBI von "Drohungen gegen eine Nachrichtenorganisation", die allerdings nur als "USPER2" betitelt wird. Bei USPER1 handelt es sich um Sony Pictures selbst. Die Organisation soll allerdings "mangelhaft" (aus Sicht der Hacker) über den Sony-Hack berichtet haben. Laut neuen Informationen handelt es sich dabei um den Nachrichtensender CNN.

Schlag gegen Pressefreiheit

Für Trevor Timm, Direktor der renommierten Freedom of the Press Foundation, hätte ein Hack einer Nachrichtenorganisation drastische Konsequenzen. Zwar seien Sony-Interna peinlich, schlussendlich würden Drehbücher oder publizierte Gehaltslisten aber keine Leben gefährden. Bei journalistischen Quellen sei das anders, so Timm gegenüber TheIntercept.

Erhebliche Zweifel

Allerdings äußern einige Experten erhebliche Zweifel an der Authentizität der Quelle, auf die das FBI seine Vermutungen aufbaut. Laut Business Insider nimmt ein US-Journalist die Urheberschaft der vermeintlichen "Guardians of Peace"-Drohung für sich in Anspruch. Er wollte damit aufzeigen, wie mangelhaft das FBI vorgeht. (fsc, derStandard.at, 1.1.2015)

Update:

Der Artikel wurde um neueste Berichte ergänzt, denen zufolge das FBI einer Falschmeldung aufgesessen ist.

Links:

TheIntercept

Business Insider

  • Für Sony bedeutete der Hack enorme Aufräumarbeiten - das könnte nun einer großen Nachrichtenorganisation blühen, so das FBI - womöglich ist die US-Bundespolizei aber einem Hoax aufgesessen
    foto: ap

    Für Sony bedeutete der Hack enorme Aufräumarbeiten - das könnte nun einer großen Nachrichtenorganisation blühen, so das FBI - womöglich ist die US-Bundespolizei aber einem Hoax aufgesessen

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