IS-Terrorist twittert versehentlich Standorte in Syrien

1. Jänner 2015, 13:44
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Der Jihadist könnte so geheime Rückzugsorte der Terrormiliz verraten haben

Viel ist 2014 über die ausgefeilte Social-Media-Propaganda der radikalislamischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) berichtet worden, die in den sozialen Netzwerken Angst und Schrecken verbreitet, aber auch für Bewunderung und neue Rekrutierungen sorgen soll. Allerdings sind nicht alle IS-Anhänger versiert im Umgang mit Facebook, Twitter und Co: Wie nun bekannt wurde, hat ein neuseeländischer Jihadist bei seiner Reise durch Syrien vergessen, das sogenannte "Geotagging" auf Twitter zu deaktivieren.

Genaue Daten

So wurde jeder abgesetzte Tweet mit genauen Standortdaten versehen, wie der Blog "Ibrabo" berichtet. Das könnte mehrere Konsequenzen haben: Einerseits erlaubt das Bewegungsprofil des Terroristen Einblicke in die Funktionsweise der IS-Miliz – und könnte sogar sogenannte "Safe Houses", also sichere Rückzugsorte offenbaren. Andererseits hilft es Strafbehörden in Neuseeland, die Aktivitäten des Jihadisten zu beweisen.

Passiert "Westlern" öfters

Als dem Jihadisten sein Fehler auffiel (oder er darauf aufmerksam gemacht wurde), löschte er seine kompletten Tweets – die wurden allerdings bereits von mehreren Seiten protokolliert. Laut dem Blog "Ibrabo" sei dies nicht der erste Vorfall dieser Art: "Kämpfer aus Kanada, Frankreich und anderen westlichen Ländern machen denselben Fehler." Der Fall zeige, "welche Vorteile das Social Media Monitoring von Extremisten" bringe. (fsc, derStandard.at, 1.1.2015)

  • Der Blog "Ibrabo" archivierte die Twitter-Daten des Jihadisten.
    foto:screenshot/ibrabo

    Der Blog "Ibrabo" archivierte die Twitter-Daten des Jihadisten.

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