RedTube-Mahnanwalt will Zulassung "freiwillig" zurückgelegt haben

1. Jänner 2015, 12:46
5 Postings

Bestreitet, dass ihm die Konzession von der Anwaltskammer entzogen worden war

Der berüchtigte Abmahn-Anwalt Thomas Urmann will seine Zulassung als Anwalt freiwillig zurückgelegt haben. Das sagt Urmann in einem Gespräch mit der deutschen Zeitung "Die Welt". Urmann tritt damit Berichten entgegen, die Anwaltskammer Nürnberg habe ihm seine Konzession wegen sittenwidrigen Verhaltens entzogen.

Insolvenzverschleppung

Als Grund für den "Rücktritt" gibt Urmann an, selbst in einem Strafverfahren angeklagt zu sein. "Dann kann man meiner Meinung nach nicht mehr als Organ der Rechtspflege auftreten", so Urmann. Dem Juristen wird unter anderem wegen Insolvenzverschleppung der Prozess gemacht.

Massenabmahnungen

Urmann hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als er zigtausende Nutzer der Pornoplattform RedTube abmahnte. Sie sollten für Urheberrechtsverletzungen bezahlen. Laut Ansicht vieler IT-Rechtsexperten gebe es keine gesetzliche Grundlage für solche Abmahnaktionen, manche bezeichnen sie sogar als sittenwidrig. Bereits zuvor hatte Urmann die Netzgemeinde verärgert, da er viele Betreiber kleiner Internetshops wegen Fehlern in deren Impressum abmahnen wollte. (fsc, derStandard.at, 1.1.2015)

  • Der Anwalt hatte zahlreiche RedTube-Nutzer zu Strafzahlungen aufgefordert - jetzt ist er nicht mehr Anwalt
    foto: apa/schlager

    Der Anwalt hatte zahlreiche RedTube-Nutzer zu Strafzahlungen aufgefordert - jetzt ist er nicht mehr Anwalt

Share if you care.