Zehn Jahre Haft für Al-Jazeera-Reporter: Prozess wird neu aufgerollt

1. Jänner 2015, 11:03
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Vorwurf: Muslimbruderschaft unterstützt, Falschinformationen verbreitet

Kairo - Der Prozess gegen drei in Ägypten inhaftierte Journalisten des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera wird neu aufgerollt. Ein Kassationsgericht in Kairo gab einem Berufungsansuchen statt, wie die ägyptische Nachrichtenseite Al-Masry Al-Youm am Donnerstag berichtete. Das Gericht hörte die Journalisten kurz an.

Der australische Korrespondent Peter Greste und seine Kollegen Mohammed Fahmy und Baher Mohammed waren im Juni zu Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verurteilt worden. Ihnen war vorgeworfen worden, die islamistische Muslimbruderschaft unterstützt und falsche Informationen verbreitet zu haben. Das Urteil stieß international auf scharfe Kritik.

Die Journalisten waren Ende 2013 in Kairo in einem Hotelzimmer festgenommen worden, das sie als Büro nutzten. Al-Jazeera gilt in Ägypten als Sprachrohr der Muslimbrüder. Der Sender sitzt in der Hauptstadt des Golfemirats Katar, das lange einer der wichtigsten Unterstützer der Islamisten war.

Die Regierung in Kairo geht seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi Mitte 2013 massiv gegen die Muslimbrüder vor. Die politische Bewegung ist in Ägypten als Terrororganisation eingestuft. (APA, 1.1.2015)

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