Zwei Messerwerfer und ein pünktliches Neujahrsbaby 

1. Jänner 2015, 15:54
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620.000 Menschen feierten auf dem Wiener Silvesterpfad; deutlich weniger Pyrotechnik-Anzeigen

Wien – Es sind nicht unbedingt immer die besten Ideen, die man in den frühen Morgenstunden des ersten Jänners hat. Ein derartiger Geistesblitz endete beispielsweise für einen 19-jährigen Innviertler im Spital: Er hatte beim scherzhaften Messerwerfen einen Bauchstich erlitten.

Der Teenager hatte gegen drei Uhr morgens mit einem Freund beschlossen, sich in einer Garage wechselseitig mit einem 20 Zentimeter langen Küchenmesser zu bewerfen. Viermal ging es bei den laut Polizei nur leicht alkoholisierten Burschen gut, beim fünften Mal traf der 20 Jahre alte Freund nicht richtig, und die Klinge steckte im Bauch des Opfers. Glücklicherweise ist der 19-Jährige außer Lebensgefahr.

5,15 Promille und selbstgebastelter Knaller

Auch ohne Fremdeinwirkung kann die Neujahrsfeier lebensgefährlich werden: In der Stadt Salzburg wurde ein 35-Jähriger mit 5,15 Promille in die Christian-Doppler-Klinik gebracht. Am Donnerstag nüchterte er unter Beobachtung aus, was er getrunken hatte, konnte man im Spital nicht sagen.

Der zum Jahreswechsel traditionell dritte Grund, der der Belegschaft der Notfallambulanzen Arbeit bringt, sind Unfälle mit pyrotechnischen Gegenständen. Einer der schwersten Fälle ereignete sich in Ansfelden (Bez. Linz-Land). Einem 21-Jährigen wurde die linke Hand teilweise abgerissen, zudem erlitt er Verletzungen an den Oberschenkeln und Verbrennungen im Gesicht.

Der genaue Unfallhergang wird noch ermittelt, fest steht, dass es sich um einen selbstgebastelten Knallkörper handelte. Warum ihn das Opfer bei einer Rauchpause vor der Haustüre in die Hand genommen hat, ist noch unklar.

Gesitteter Wiener Silvesterpfad

Selbstverständlich gibt es aber auch bessere Nachrichten zum neuen Jahr. In Wien feierten trotz übler Kälte rund 620.000 Menschen in der Innenstadt auf dem Silvesterpfad. Trotz dieser Menschenmassen ging es relativ gesittet zu, vermeldete die Polizei. Es wurden 13 Körperverletzungen und zwei Sachbeschädigungen angezeigt, in 45 Fällen wurde das Pyrotechnikgesetz übertreten. Im gesamten Stadtgebiet wurden zwei Brandstiftungen, drei Körperverletzungen und 25 Sachbeschädigungen mittels Feuerwerkskörper registriert.

Das seit Juli geltende Verkaufsverbot von Knallkörpern der Klasse F2 – primär Schweizerkracher und andere Böller – scheint Erfolg zu haben. Denn am 1. Jänner 2013 wurden laut Polizei noch neun knallbedingte Anzeigen wegen Körperverletzung und 69 wegen Sachbeschädigungen erstattet.

Pünktlichstes Neujahrsbaby

Luis H. zählt in den heurigen Wiener Fällen definitiv nicht zu den Verdächtigen. Nicht nur, da er ein Burgenländer ist, sondern da er exakt um 00.00 Uhr in Oberpullendorf zur Welt gekommen und damit Österreichs pünktlichstes Neujahrsbaby ist.

Wie genau die Zeitnehmung war, ist offen – die Nummer zwei war nämlich Felix H., dessen Geburt um 00.00 Uhr und zwei Sekunden in Feldbach in der Steiermark erfolgt ist. Quasi schon deutlich abgeschlagen ist damit Julian, den die Ärzte in Steyr um 00.01 Uhr per Kaiserschnitt in die harte Realität holten. Weniger Motivation zeigte man in Salzburg. Erst um 3.13 Uhr ließ sich Emma in Zell am See erstmals blicken. (moe, DER STANDARD, 2.1.2015)

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