Merkel gegen Islamfeinde: "Folgen Sie denen nicht!"

Video31. Dezember 2014, 11:27
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Deutsche Kanzlerin findet deutliche Worte gegen Pegida-Aufmärsche

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutliche Worte gegen die rassistische Pegida-Bewegung gefunden. In ihrer Neujahrsansprache rief sie die Teilnehmer der Anti-Islam-Aufmärsche zur Abkehr auf: "Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen!", warnte Merkel.

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Jene Menschen, die dazu aufrufen, montags auf die Straße zu gehen und in Anlehnung an DDR-Parolen "Wir sind das Volk" zu rufen, meinten in Wahrheit etwas ganz anderes, so die Kanzlerin - und zwar die Ausgrenzung von Minderheiten.

Die Pegida-Aufmärsche hatten zuletzt weiter an Stärke gewonnen. Vor Weihnachten hatten in Dresden mehr als 17.000 Menschen teilgenommen. Allerdings bilden sich auch immer öfter Gegendemonstrationen gegen die Pegida.

"Größtes Kompliment"

Dass bei den Aufmärschen auch immer wieder gegen Asylsuchende gehetzt wird, verurteilte Merkel scharf. "Viele sind buchstäblich dem Tod entronnen", sagte Merkel. "Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen." Die Kanzlerin schilderte den Fall eines irakischen Kurden, der gesagt habe, ihm sei das Wichtigste, dass seine Kinder in Deutschland ohne Angst aufwachsen können. "Das ist vielleicht das größte Kompliment, das man unserem Land machen kann", sagte Merkel: "Dass die Kinder Verfolgter hier ohne Furcht groß werden können." Die Kanzlerin sprach der deutschen Bevölkerung wegen ihrer Hilfsbereitschaft ihr Lob aus.

Vergleich mit der Fußball-Elf

Merkel verglich Deutschland mit dessen Fußball-Nationalteam: Auch hier gehe ohne starken Zusammenhalt nichts. Genauso verhalte es sich mit der Bevölkerung - Teile davon auszuschließen, führe nirgendwohin.

Die Kanzlerin bezog auch zu außenpolitischen Themen Stellung. Die EU werde "ein angebliches Recht eines Stärkeren, der das Völkerrecht missachtet, nicht akzeptieren", so Merkel. (red, derStandard.at, 31.12.2014)

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    foto: epa/maurizio gambarini
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