Deutsche frustriert: "Wir sind kläglich gescheitert"

30. Dezember 2014, 13:50
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DSV-Cheftrainer Werner Schuster musste "erstaunlichen" Absturz eingestehen – Österreicher mit Selbstverständnis "wie deutsche Fußball-Nationalmannschaft"

Oberstdorf/Garmisch-Partenkirchen – Die mit hohen Erwartungen angetretenen Tournee-Co-Gastgeber aus Deutschland haben einen frustrierenden Auftakt hingelegt. "Das war eine Ohrfeige. Wir sind kläglich gescheitert", fasste der österreichische DSV-Cheftrainer Werner Schuster die enttäuschende Leistung seiner Truppe zusammen.

Als Bester seines Teams landete der als Mitfavorit eingestufte Skiflug-Weltmeister Severin Freund auf dem 13. Platz. Engelberg-Sieger Richard Freitag belegte Platz 15. "Ich habe mir in den kühnsten Träumen nicht ausmalen können, dass unsere Topleute so schlecht springen können", meinte Schuster. Er habe zwar schon einige Rückschläge erlebt, aber ein derartiger Absturz sei "schon erstaunlich". Dass seine Spitzenleute so danebenhauen, sei eine Katastrophe, räumte der "sehr, sehr enttäuschte" Vorarlberger ein.

"Einfach schlecht"

Auch die angesprochenen Springer waren frustriert. "Die Sprünge waren einfach schlecht", räumte Team-Olympiasieger Freund ein. "Der Frust ist ziemlich groß. Ich weiß nicht, warum es ausgerechnet bei der Tournee nicht hinhaut", sagte Freitag.

Die Deutschen sind in Tourneebewerben nun schon seit 48 Bewerben sieglos. Den letzten Tageserfolg hatte Sven Hannawald vor zwölf Jahren in Oberstdorf geschafft. "Erneut frustriert, weil ich weiß, sie haben es drauf und sind leider wieder in Oberstdorf gescheitert", twitterte Hannawald.

Österreicher "haben dieses Selbstverständnis"

Schuster möchte seine Mannen nun bei den drei restlichen Bewerben zumindest in der Tageswertung vorn sehen. "Die Tournee werden wir nicht gewinnen, aber wir werden alles daransetzen, bis Bischofshofen noch Erfolgserlebnisse zu bekommen. Wir müssen das jetzt lösen, damit wir kein Tournee-Trauma kriegen", betonte Schuster. Die Mannschaft müsse ihre eigentlich hohe Qualität angefangen beim Neujahrsspringen in Garmisch unter Beweis stellen, forderte er.

Im Gegensatz zu seinen verkrampft aufgetretenen Athleten seien die Österreicher mit Leichtigkeit zu Werke gegangen. Schuster verglich seine Landsleute mit der deutschen Weltmeisterkickern. "Sie haben dieses Selbstverständnis, ähnlich wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft". Diese spiele vor der WM auch oft Rumpelfußball, "dann aber sensationell, weil jeder mit breiter Brust hingeht". (APA, 30.12.2014)

  • Severin Freund in der Anlaufspur ...
    foto: reuters/dalder

    Severin Freund in der Anlaufspur ...

  • ... macht DSV-Cheftrainer Werner Schuster nicht happy.
    foto: reuters/pfaffenbach

    ... macht DSV-Cheftrainer Werner Schuster nicht happy.

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