Microsoft: Kryptologe warnt vor Trusted Computing 

30. Dezember 2014, 09:41
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Rüdiger Weis nennt erzwungene Sicherheitslösungen eine "Machtanmaßung", will Entscheidungsfreiheit

Ein absolut sicheres Betriebssystem: Für viele Unternehmen auf Nutzer- und Herstellerseite eine Wunschvorstellung – die Microsoft schon seit Jahren umzusetzen versucht, etwa mit dem Projekt Palladium oder bei Geräten mit ARM-Architektur. Rüdiger Weis, ein deutscher Kryptologe, warnt allerdings in einem Vortrag auf dem 31C3 vehement vor solchen Lösungen. Denn: Microsoft hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Updates und Patches veröffentlicht, die später offiziell zurückgezogen werden mussten.

Patch-Probleme

So wurden beispielsweise Root-Zertifikate beschädigt, also ernste Probleme mit Windows verursacht. Bei einem Trusted Computing-Ansatz könnte der Nutzer daran aber nichts ändern, da Microsoft eben die Umgebung komplett kontrolliert – und somit "sicher" macht. Auch aus dem Blickwinkel der NSA-Überwachung ist eine solche "Machtanmaßung", wie Weis sagt, beunruhigend. Sogar das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigte sich in internen Dokumenten skeptisch gegenüber Trusted Computing.

Selbst aussuchen

Dabei sei der Ansatz prinzipiell durchaus sinnvoll, so Weis laut Heise. Allerdings sollten sich Nutzer selbst aussuchen sollen, welchem Anbieter er ausreichend für eine derartige Lösung vertraut. (fsc, derStandard.at, 30.12.2014)

  • Microsofts Pläne für Trusted Computing Platforms seien mit Skepsis zu betrachten, so ein Kryptologe am 31C3
    foto: apa/epa/mathe

    Microsofts Pläne für Trusted Computing Platforms seien mit Skepsis zu betrachten, so ein Kryptologe am 31C3

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