Ebola-Infektion in Großbritannien 

29. Dezember 2014, 21:15
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Bei der Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation wurde am Montag eine Ebola-Infektion diagnostiziert - Fledermäuse als Epidemie-Auslöser wahrscheinlich

Glasgow/Freetown/Conakry/Monrovia – In Schottland hat sich ein Ebola-Verdachtsfall bestätigt. Eine Angestellte im Gesundheitswesen, die am Sonntagabend aus Sierra Leone zurückgekehrt war, hat Ebola und wird in einem Krankenhaus in Glasgow behandelt, wie die schottische Regierung am Montag bekannt gab.

Die Person war über Casablanca und Europas größten Flughafen London Heathrow nach Großbritannien gereist. Am frühen Montagmorgen war die Patientin ins Krankenhaus eingewiesen worden, nachdem sie sich unwohl gefühlt hatte.

Fast 7.850 Ebola-Tote

Der Ebola-Epidemie in Westafrika fallen immer noch viele Menschen zum Opfer. In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein seit dem Heiligen Abend etwa 150 Menschen an der Virus-Seuche. Die Zahl der in diesen Ländern erfassten Ebola-Toten stieg laut einer WHO-Mitteilung vom Montag auf 7.842.

Insgesamt seien dort nunmehr seit Ausbruch der Epidemie vor einem Jahr 20.081 Infektionsfälle registriert worden. Die WHO geht zudem von einer hohen Dunkelziffer nicht registrierter Infektionen und Todesfälle aus.

Eine Insekten fressende Fledermausart hat möglicherweise die aktuelle Ebola-Epidemie in Westafrika ausgelöst. Zu diesem Schluss kommt eine Forschergruppe, die unter Federführung des Berliner Robert-Koch-Instituts in Guinea nach dem Ursprung der Seuche gesucht hat.

In Fachzeitschrift veröffentlicht

Der am Dienstag in der Fachzeitschrift "EMBO Molecular Medicine" veröffentlichten Studie zufolge wurde ein zweijähriger Bub in Guinea, mit dem die Ausbreitung der Epidemie begonnen hatte, möglicherweise von bestimmten Fledermäusen (Mops condylurus) infiziert. Dass Fledermäuse das Ebola-Virus tragen können, ohne selbst krank zu werden, ist seit vielen Jahren bekannt.

Das Kind war am 28. Dezember 2013 in dem Dorf Meliandou in der Nähe der Stadt Gueckedou im Süden Guineas am Ebola-Virus gestorben. Die Wissenschafter stellten fest, dass eine Flughunde-Kolonie in einem hohlen Baum gelebt hatte, in dem Kinder des Dorfes oft spielten. (APA, 30.12.2014)

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