Märkte fürchten neue Euroschuldenkrise

29. Dezember 2014, 17:51
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Renditen für griechische Staatsanleihen steigen, Verschuldung wird für Athen teurer

Athen/Wien - An den Börsen geht die Angst vor einem Wiederaufflammen der Euroschuldenkrise um. Die Neuwahlen in Griechenland werden von den Marktteilnehmern nicht gut aufgenommen. Der griechische Index Athens General ist nach Bekanntgabe der gescheiterten Wahl um mehr als elf Prozent abgestürzt und konnte sich im Tagesverlauf auf ein Minus von mehr als drei Prozent erfangen. Das hat auch die anderen Märkte in Europa geschwächt. Vor allem die PIGs-Länder Portugal, Italien und Spanien zeigten sich deutlich schwächer.

Die Renditen für griechische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stiegen auf über neun Prozent und liegen damit nur noch knapp unter dem Jahreshoch von 9,21 Prozent Mitte Dezember. Damit wird es für das Land wieder teurer, sich zu verschulden. Auch auf die anderen Euroländer schlägt das durch: So stieg der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien um 0,11 Prozentpunkte auf 2,00 Prozent und die Rendite für zehnjährige Papiere aus Spanien um 0,10 Prozentpunkte auf 1,70 Prozent. Zum Vergleich: Zehnjährige US-Staatsanleihen notieren aktuell bei 2,22 Prozent, deutsche Staatsanleihen bei 0,56 Prozent - diese Papiere gelten derzeit als sicherer Hafen.

Austritt unwahrscheinlich

Die Furcht der Anleger vor einer Abkehr Griechenlands von seinem Sparkurs treibt auch die CDS in die Höhe. Die Absicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets griechischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich am Montag auf 1,219 Millionen Euro von 986.000 Euro an Heiligabend, teilt der Datenanbieter Markit mit. Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei zwar nicht wahrscheinlich, aber die Unsicherheit bereite den Investoren Sorge, sagte Manos Hatzidakis, Analyst bei Beta Securities in Athen.

Der Euro konnte sich trotz der Turbulenzen am Montag stabil halten. Die Gemeinschaftswährung hat auf 1,2199 US-Dollar zugelegt und kurz auch die Marke von 1,22 US-Dollar getestet.

An den US-Börsen war von alldem nichts zu merken. Der S&P 500 markiert mit 2092,81 Punkten den vierten Tag in Folge ein neues Rekordhoch. Der Dow Jones und die Nasdaq notierten kaum verändert. Die spärliche Bewegung an der Wall Street begründen Händler auch mit dem Mangel an Konjunkturdaten zu Wochenbeginn. (Reuters; APA; bpf, DER STANDARD, 30.12.2014)

  • Die roten Zahlen überwogen am Montag nach der Neuwahlentscheidung in Athen.
    foto: epa / orestis panagiotou

    Die roten Zahlen überwogen am Montag nach der Neuwahlentscheidung in Athen.

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