Kartellgericht bestraft Sutterlüty

29. Dezember 2014, 15:26
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Urteil wegen Preisabstimmungen rechtskräftig – Bundeswettbwerbsbehörde: Sutterlüty in "passiver Rolle"

Egg/Wiener Neudorf (APA) – Der Vorarlberger Lebensmittelhändler Sutterlüty Handels GmbH ist vom Kartellgericht mit einer Geldstrafe in der Höhe von 78.750 Euro wegen Preisabstimmungen mit Lieferanten belegt worden. Die Entscheidung sei rechtskräftig, weil die beteiligten Parteien auf ein Rechtsmittel verzichteten, teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Montag in einer Aussendung mit.

Dem kartellgerichtlichen Verfahren ging eine Hausdurchsuchung aufgrund eines richterlichen Hausdurchsuchungsbefehles voraus. ?Die wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen betrafen die Einflussnahme auf Endverkaufspreise in den Bereichen Brauereiprodukte, Mehl, alkoholfreie Getränke und Molkereiprodukte von 2007 bis 2011. Im Rahmen dieser vertikalen Preisabstimmungsmaßnahmen wurden zwischen Sutterlüty und einigen Lieferanten Kurantpreise und Aktionspreise abgestimmt.

Verhältnismäßig milde Geldbuße

Urteil und Geldbuße (BWB/K-307) seien aus mehreren Gründen verhältnismäßig mild ausgefallen, so die BWB. Sutterlüty habe im Rahmen der Preisabstimmungsmaßnahmen "eine passive Rolle gespielt" und sei von den abgestimmten Verkaufspreisen wiederholt abgewichen. Weiters wurde berücksichtigt, dass auf das Unternehmen von seinen Lieferanten und auf Drängen ihrer Mitbewerber Druck ausgeübt wurde, an Preisabstimmungsmaßnahmen teilzunehmen bzw. bestimmte Endverkaufspreise einzuhalten. "Insofern war das Verschulden der Sutterlüty als gering zu werten. Zu berücksichtigen war auch, dass ein wesentlicher Teil des Wareneinkaufs über die Rewe erfolgt ist und insofern nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens war", heißt es in der Aussendung der BWB weiter.

An der Vorarlberger Lebensmittelkette, die rund 650 Mitarbeiter in 23 Filialen und 17 Gastronomie-Betrieben beschäftigt, ist die Rewe International AG (u.a. Billa, Merkur, Penny) mit 24,9 Prozent beteiligt. Die Unternehmensleitung war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (APA, 29.12.2014)

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