"Immigranten kicken": Parodie-Game verärgert britischen Rechtspopulisten

30. Dezember 2014, 12:42
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Entwickelt von Schülern – UKIP-Chef Nigel Farage sieht "Grenze überschritten"

Nigel Farage, Chef der britischen "UK Independent Party", ist bekannt dafür, auf dem politischen Parkett heftig austeilen zu können. Insbesondere die Europäische Union ist dem Politiker ein Dorn im Auge. Daneben spricht sich die UKIP aber auch für Einwanderungsbeschränkungen aus. Manche Mitglieder der Partei sind in der Vergangenheit bereits durch problematische Äußerungen aufgefallen, zuletzt musste ein Wahlkandidat wegen rassistischer und homophober Aussagen zurücktreten.

Farage verärgert über "UKIK"

Ein von achtzehnjährigen Schülern erstelltes Mobile Game namens "UKIK" hat nun Farage verärgert, der durch "Elemente des Spiels eine Grenze überschritten" sieht.

In "UKIK" übernimmt der Spieler die Rolle von "Nigel Fromage" von der Partei UKIK, die " Verrückte von überall vertritt". Die Entwickler sprechen sich in einem einleitenden Text für Multikulturalität aus und wollen sich mit ihrem Spiel über "extremistische Ansichten lustig machen" sowie die Auseinandersetzung mit Politik fördern.

"Yeti Sports"-Prinzip

Das Spiel selbst ist im Grunde eine einfach gestrickte Umsetzung im Stile von "Yeti Sports" und ähnlichen Titeln. Ziel ist es, in Person von Fromage einen Einwanderer von einer Klippe in Dover zu kicken. Je nach Flugweite und getroffenen Boni wird der Punktestand berechnet. Die Darstellung der Migranten reicht von dunkelhäutigen Menschen bis hin zu Personen in mitteleuropäischer Ledertracht.

"Lächerlich und erbärmlich"

Die von Farage beanstandeten Spielelemente – insbesondere ein mittlerweile offenbar entfernter "Rassismus-Messer" – seien "lächerlich und erbärmlich", zitiert die Kent Gazette den Politiker, der nach eigenen Angaben eigentlich bekannt für seinen Humor sei. Die Ersteller sollten doch einen Blick auf das UKIP-Programm werfen, von dem sie einiges lernen könnten.

Keine Gefahr für das "politische System Großbritanniens"

Die Kritik hat Phil Karnavas auf den Plan gerufen, Leiter der Canterbury Academy, wo das Spiel im Rahmen eines Lehrgangs entstanden ist.

"Manche Politiker benötigen keine Hilfe, um einen seltsamen Eindruck zu erwecken oder dumme Dinge zu sagen", meint er. "Aber sie sollten zumindest über die Fähigkeit verfügen, über sich selbst lachen zu können." Das Spiel habe inhaltlich seine Ecken und Kanten, werde aber nicht "das politische System Großbritanniens zum Einsturz bringen".

UKIK steht kostenlos für Android zur Verfügung und kann im Google Play Store heruntergeladen werden. (gpi, derStandard.at, 30.12.2014)

  • Nigel Farage ist not amused über das Parodie-Game "UKIK".
    foto: ukik

    Nigel Farage ist not amused über das Parodie-Game "UKIK".

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