Ausweisung von Papst-Attentäter Agca aus Italien beschlossen

29. Dezember 2014, 14:54
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Agca war zuvor illegal eingereist und hatte Blumen auf dem Grab von Johannes Paul II. niedergelegt - Soll noch am Montagabend nach Istanbul zurückfliegen

Rom/Vatikanstadt - Ein italienischer Richter hat am Montag die Ausweisung des Papst-Attentäters Mehmet Ali Agca beschlossen. Dieser hatte am Freitag mehr als 33 Jahre nach seinem Anschlag auf Johannes Paul II. Blumen auf dessen Grab im Vatikan gelegt und um ein Treffen mit Papst Franziskus gebeten. Der 56-jährige Türke soll am Montagabend nach Istanbul zurückfliegen.

Agca war von der italienischen Polizei wegen illegaler Einreise festgenommen worden und hatte das Wochenende in einer Einrichtung für illegale Migranten nahe Rom verbracht. Im Gespräch mit Journalisten berichtete er, dass er jetzt nach Fatima reisen wolle.

Die vatikanischen Behörden wollen laut italienischen Medien nun klären, wie Agca den Vatikan erreicht habe. Agca hatte Medien berichtet, im Auto mit Freunden von der Türkei über Griechenland und den Balkan nach Österreich gereist zu sein. Von hier sei er dann nach Rom weitergefahren.

Begnadigung im Jahr 2000

Agca wurde für den Attentatsversuch auf das katholische Kirchenoberhaupt zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seiner Begnadigung im Jahr 2000 durch den italienischen Präsidenten Carlo Azeglio Ciampi wurde der zum Umfeld der rechtsradikalen türkischen "Grauen Wölfe" gehörende Agca in die Türkei abgeschoben. Dort wurde er wegen der Ermordung eines Journalisten und anderer Verbrechen erneut zu lebenslanger Haft verurteilt. Anfang 2010 konnte er das Hochsicherheitsgefängnis bei Ankara als freier Mann verlassen.

Während des Besuchs des derzeitigen Papstes Franziskus in der Türkei vor einem Monat wollte der 56-jährige Agca das Oberhaupt der katholischen Kirche treffen. Ein entsprechendes Gesuch wurde jedoch ebenso abschlägig beschieden wie die Bitte um eine Audienz am vergangenen Wochenende im Vatikan. (APA, 29.12.2014)

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