Maus mit halbmenschlichem Gehirn erschaffen

Ansichtssache5. Jänner 2015, 20:33
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foto: apa/dpa

Mäuse mit teilweise menschlichen Gehirnen

Am University of Rochester Medical Center im US-Bundesstaat New York haben Wissenschafter Mäuse erschaffen, deren Gehirne zur Hälfte menschlich sind. Die Intelligenz der Tiere erwies sich als deutlich höher als jene ihrer Geschwister, die als Kontrollgruppe fungierten. Hintergrund der Experimente war allerdings nicht in erster Linie, schlaue Nager zu produzieren, sondern neue Erkenntnisse über Krankheiten des zentralen Nervensystems zu gewinnen. Zwar besaßen auch die modifizierten Mäuse ausschließlich Mäuse-Neuronen, doch praktisch der gesamte Bestand an Astrozyten kam vom Menschen. Astrozyten zählen zu den sogenannten Gliazellen; sie dienen den Nervenzellen unter anderem als elektrische Isolation, übernehmen den Substanz- und Flüssigkeitstransport im Gehirn und sind auch an wesentlichen Informationsverarbeitungsprozessen beteiligt.

Die Wissenschafter rund um Steve Goldman injizierten den neugeborenen Versuchsmäusen unreife menschliche Gliazellen. Das Experiment verlief überraschend erfolgreich: Binnen eines Jahres waren mehr oder weniger alle Mäuse-Astrozyten durch menschliche Zellen ersetzt worden. Da Menschen-Astrozyten zehn bis zwanzig Mal größer sind und 100 Mal mehr Verzweigungen aufweisen als jene der Nager, waren auch ihre Gehirne entsprechend leistungsfähiger. "Es ist, als hätte man einen Heimcomputer mit neuen Komponenten aufgerüstet", meinte Goldman. Die nachfolgenden Untersuchungen zeigten beispielsweise, dass das Erinnerungsvermögen der Mäuse um das bis zu Vierfache verbessert werden konnte. In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschafter rund um Goldman ähnliche Versuche mit Ratten durchführen, die um einiges intelligenter sind als Mäuse.

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