Tony Fernandes - Der "schlimmste Albtraum" des Airline-Tycoons

28. Dezember 2014, 18:22
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Im Stundentakt setzte Tony Fernandes - oder das Management des Topunternehmers - am Sonntag Nachrichten via Twitter ab. Den Verlust des Kontaktes seines Billigflugkonzerns Air Asia zu Flug QZ8501 von Indonesien nach Singapur mit 162 Menschen an Bord bezeichnete der 50-jährige Malaysier als seinen "schlimmsten Albtraum". Seinen rund 5000 Mitarbeitern ließ Fernandes ausrichten: "Ich als euer CEO werde mit euch durch diese harten Zeiten gehen."

Die Flugkatastrophe markiert den traurigen Tiefpunkt eines Jahres, in dem der Vorstandsvorsitzende der Airline bereits sein Formel-1-Team Caterham veräußerte - ehe dieses in die Pleite schlitterte. Der Fußballverein Queens Park Rangers, den Fernandes als Präsident und Mehrheitseigentümer mit vielen Millionen Pfund zurück in die höchste englische Spielklasse führte, kämpft gegen den Abstieg aus der Premier League.

Dabei galt der Air-Asia-Chef bislang als Inbegriff des erfolgreichen Business-Menschen und Selfmade-Millionärs. Durch aggressive Expansionspolitik formte der Quereinsteiger in die Flugzeugbranche die stark verschuldete Air Asia binnen weniger Jahre zum boomenden Unternehmen. Die Airline mit zwei Flugzeugen hatte Fernandes 2001 um den symbolischen Preis von einem Ringgit (25 Cent) gekauft. Mit Stand Juni 2014 waren 79 Flugzeuge im Einsatz - und 313 sind vorbestellt.

Seine unternehmerischen Erfolge werden auch international honoriert: 2010 wurde er von der französischen Regierung zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. 2011 überreichte die Queen dem zweifachen Familienvater den Orden "Commander of the British Empire" (CBE). Sein Privatvermögen beträgt laut Forbes mittlerweile 650 Millionen Dollar.

Fernandes, Sohn eines indischen Arztes aus Goa und einer Malaysierin mit portugiesischen Vorfahren, die mit Tupperware handelte, besuchte das Epsom College in Südengland, ehe er die London School of Economics abschloss. Der Musik-Freak - er spielt Gitarre und Piano - lernte Milliardär Richard Branson kennen und arbeitete kurz in dessen Konzern Virgin Music, ehe er für zwölf Jahre zu Time Warner wechselte. Er kündigte 2001 als Vize-Chef des Konzerns für Südostasien, unterzeichnete die Verträge für die Airline am 9. September 2001, zwei Tage vor den Terroranschlägen. "Verstehen Sie nun", sagte Fernandes 2010 der Süddeutschen Zeitung, wenn ich sage, dass uns nichts umbringen wird?" (David Krutzler, DER STANDARD, 29.12.2014)

  • Tony Fernandes steht mit Air Asia vor harten Zeiten.
    foto: apa/kimimasa mayama

    Tony Fernandes steht mit Air Asia vor harten Zeiten.

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