Erneut stundenlanger Internetausfall in Nordkorea

27. Dezember 2014, 18:10
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US-Firma Dyn Research spricht von landesweitem Internet-"Blackout" - Umstrittene Komödie "The Interview" bei Playstation und Xbox in USA zum Teil wieder erhältlich

Peking - In Nordkorea ist das Internet am Samstag erneut für mindestens zwei Stunden ausgefallen. Chinas Nachrichtenagentur Xinhua meldete, der Ausfall habe um 19.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MEZ) begonnen und sei zwei Stunden später noch nicht behoben gewesen. Den ganzen Tag über sei das Netz "sehr instabil" gewesen.

Die auf Internetsicherheit spezialisierte US-Firma Dyn Research teilte mit, Nordkoreas Internet habe am Samstag einen landesweiten "Blackout" gehabt. Bereits am Montag und Dienstag war Nordkoreastundenlang vom weltweiten Datennetz abgeschnitten gewesen. Es gab Spekulationen, ob dahinter US-Cyberattacken stecken könnten.

Nordkorea hat die USA für die Ausfälle seines Internets verantwortlich gemacht. Die Regierung in Washington habe damit begonnen, die wichtigsten Internetmedien des Landes zu stören, hieß es in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas am Samstag.

USA machen Nordkorea verantwortlich

US-Präsident Barack Obama hatte Nordkorea für einen Hackerangriff auf das Filmstudio Sony Pictures verantwortlich gemacht. Pjöngjang wies das zurück. Durch die Attacke waren Ende November vertrauliche Informationen ins Internet gestellt worden. Ziel der Hackergruppe namens Guardians of Peace (Friedenswächter) war die Absetzung der Filmkomödie "The Interview", in der es um ein fiktives Mordkomplott des US-Auslandsgeheimdiensts CIA gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un geht.

Im Streit um den Film warf die nordkoreanische Führung Obama am Samstag vor, wie ein "Affe" auf die Vorführung von "The Interview" in US-Kinos gedrängt zu haben. Die mächtige Nationale Verteidigungskommission machte Washington überdies für die massiven Internetstörungen der jüngsten Zeit verantwortlich. Sony Pictures hatte den für den ersten Weihnachtsfeiertag geplanten Kinostart von "The Interview" zunächst abgesagt. Nicht zuletzt auf Druck Obamas lief der Film dann am Donnerstag doch in rund 300 meist kleineren Kinosälen an.

750.000 illegale Downloads

Im Internet wurde der Film zudem mehr als 750.000 Mal illegal herunter geladen. Auch über die Onlinedienste von Sonys Playstation und der Xbox von Microsoft war "The Interview" zugänglich - allerdings brachen diese Angebote nach einer mutmaßlichen weiteren Hacker-Attacke am Donnerstag vorübergehend zusammen. Bis Samstag wurden sie nach Angaben der beiden Firmen nach und nach wieder hergestellt. Besonders bei der XBox war die Wiederherstellung bereits weit gediehen. (APA, 27.12.2014)

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