Ein wilder Crash und kein zweites Training in Santa Caterina

27. Dezember 2014, 13:02
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Italienischer Vorfahrer schwer gestürzt - Abschlusstraining für Abfahrt am Sonntag wegen Schneefall und schlechter Sicht abgesagt

Santa Caterina - Die letzte alpine Weltcup-Abfahrt der Ski-Herren in diesem Jahr wird am Sonntag (11.30 Uhr, live ORF eins) auch eine Fahrt ins Ungewisse. Das Samstag-Training musste auf der für die Speed-Herren neuen Strecke wegen Schneefalls und schlechter Sicht abgesagt werden, womit die Aktiven nur einen Lauf in die Beine bekommen haben. Schwer gestürzt ist der italienische Vorfahrer Marco Furli, der gleich alle vier Fangnetze durchbrach, mit dem Hubschrauber abtransportiert und ins Krankenhaus gebracht wurde. Über den Grad seiner Verletzung wurde zunächst nichts bekannt.

Ein Favorit ist eher schwer auszumachen. Gut möglich, dass es Saisondominator Kjetil Jansrud ist, auch wenn er nur 30. im Training war. Denn der Freitag-Schnellste Josef Ferstl war auf der Piste "Deborah Compagnoni" nicht fehlerfrei hinuntergekommen. Der Deutsche hatte im Steilhang ein Tor ausgelassen. "Mir ist es aber auch lieber, wenn ich nicht Favorit bin, dann gehe ich lockerer ins Rennen", meinte der noch bis Montag 25-jährige Sohn des ehemaligen Kitzbühel-Siegers Sepp Ferstl. "Favoriten sind andere. Wenn mir aber ein guter Lauf gelingt, ist ein Top-Resultat drinnen. Alles Weitere wäre ein Traum."

ÖSV-Hoffnungsträger

Österreichs Hoffnungen trägt primär Matthias Mayer, er weist mit Rang sieben von Gröden die beste ÖSV-Platzierung in den bisherigen Saisonabfahrten vor. Die Absage des Trainings bedauerte der Olympiasieger nur zum Teil: "Ich hätte auf jeden Fall gerne etwas getestet. Aber ich habe gestern schon eine ganz gute Fahrt gezeigt, daher macht es nicht so viel aus. Ich schaue der Abfahrt im Großen und Ganzen positiv entgegen." Was dem 24-Jährigen abgeht, sind Sprünge im Schlussteil.

Kritik an Strecke

Der Steirer Klaus Kröll sieht in der neuen Piste zwar eine ordentliche Herausforderung, Gefallen findet er daran aber nicht. "Es ist keine klassische Abfahrt, wo alle Elemente drinnen sind, wie es eben in Bormio ist." Ähnlich argumentierte der Kärntner Max Franz: "Die schönere Abfahrt wäre schon Bormio gewesen. Hier ist es sehr speziell, Sotschi-ähnlich der obere Teil."

Die Zeit der Österreicher werde bald wieder kommen, hofft Hannes Reichelt. "Wir fahren ja schnell Ski. Nur von oben bis unten ist es noch nicht geglückt, aber das ist nur eine Frage der Zeit", so der Kitzbühelsieger.

Der Trainingsabsage fiel auch die interne ÖSV-Qualifikation zum Opfer. Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher nominierte Frederic Berthold und Markus Dürager für die zwei noch freien Plätze, sie waren am Freitag 23. bzw. 51. geworden. Daniel Danklmaier (53.), Joachim Puchner (59.) und Thomas Mayrpeter (63.) müssen zuschauen. (APA, 27.12.2014)

ÖSV-Aufgebot für Abfahrt in Santa Caterina: Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Klaus Kröll, Georg Streitberger, Max Franz, Otmar Striedinger, Romed Baumann, Frederic Berthold und Markus Dürager

  • Vorfahrer Marco Furli bewies, dass ein Training sehr gefährlich gewesen wäre.
    foto: epa/johann groder

    Vorfahrer Marco Furli bewies, dass ein Training sehr gefährlich gewesen wäre.

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