Rebellen und Kiew tauschen Hunderte Gefangene aus

27. Dezember 2014, 16:05
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Insgesamt rund 370 Menschen - Präsident Poroschenko empfing freigelassene Soldaten

Kiew - Nach langem diplomatischen Tauziehen haben ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten Hunderte Gefangene ausgetauscht. Insgesamt seien bis Samstagnachmittag rund 370 Menschen freigelassen worden, teilten die Konfliktparteien mit.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begrüßte auf einem Militärflugplatz 145 Soldaten, die in die Hände prorussischer Aufständischer geraten waren. "Als Präsident und als Bürger ist mein Herz voller Freude, dass Sie wie versprochen an Neujahr ihre Familien und Kampfgefährten treffen können", kommentierte der Staatschef.

"Leider" seien aber noch nicht alle Gefangenen zurück. Vier weitere Soldaten würden im Laufe des Samstag freigelassen. "Wir werden niemanden zurücklassen", betonte Poroschenko.

Gefangegenaustausch am Freitag begonnen

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine und Vertreter der Regierung in Kiew hatten am Freitag mit einem umfangreichen Gefangenenaustausch begonnen. Auf einer dunklen Straße nahe der Ortschaft Kostjantyniwka nördlich der Rebellenhochburg Donezk wurden im Beisein von Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 222 Rebellen und 146 ukrainische Soldaten freigelassen. Einer der Soldaten weigerte sich jedoch, nach Kiew zurückzukehren.

Auf den Austausch hatten sich beide Seiten bei Friedensgesprächen am Mittwoch in der weißrussischen Hauptstadt Minsk geeinigt. Er blieb jedoch das einzige Ergebnis der Gespräche. Die für Freitag geplante Fortsetzung der Verhandlungen wurde abgesagt.

Der Gefangenenaustausch sollte am Samstag abgeschlossen werden. Geplant ist die Freilassung von vier ukrainischen Soldaten, die von den Separatisten in Luhansk festgehalten werden. Ein Vertreter der selbsternannten "Volksrepublik Luhansk", Wladislaw Deinego, wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht dazu äußern, wann und wo der Austausch stattfinden sollte. (APA, 27.12.2014)

  • Heimkehr im Bus.
    foto: reuters

    Heimkehr im Bus.

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