Sprengstoffanschlag im Kosovo vereitelt

26. Dezember 2014, 19:41
56 Postings

Ein Verdächtiger festgenommen - Regierung ruft "Länder der Region" zu Zusammenarbeit bei Ermittlungen auf

Pristina - Die kosovarische Polizei hat nach eigenen Angaben am gestrigen Christtag ein Attentat mit einer Autobombe in der Hauptstadt Prishtina verhindert. Der Fahrer des Wagens, ein serbischer Staatsbürger, sei festgenommen worden hieß es am Freitag laut Nachrichtenagentur AFP.

"Der Verdächtige hatte klar das Ziel, einen Terrorakt zu verüben", sagte Innenminister Skender Hyseni. Den Angaben zufolge stoppte die Polizei das Auto am Donnerstagabend in einem Wohnviertel, wo sich auch einige Botschaften, darunter die amerikanische und die österreichische, befinden, und stellte zwölf Kilogramm Sprengstoff sicher. Laut Hyseni hätten im Falle einer Explosion Menschen umkommen können.

Ziel des Anschlags unklar

Was genau Ziel des Anschlags hätte sein sollen, war zunächst nicht klar. Das wollen die Ermittler laut kosovarischen Medienberichten nun herausfinden. Der festgenommene Serbe, ein 46-Jähriger aus dem südserbischen Raska, war mit einem Wagen mit serbischer Nummerntafel unterwegs.

Die kosovarische Regierung verurteilte den geplanten Anschlag in einer Erklärung und rief wohl mit Blick auf Serbien die "Länder der Region" zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung auf.

Die zu 90 Prozent von Albanern bewohnte, frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich nach Krieg und Jahren der UNO-Verwaltung nach gescheiterten Verhandlungen mit Belgrad 2008 für unabhängig erklärt. 110 Staaten haben das anerkannt, Serbien jedoch nicht. Auch viele der im Nordkosovo lebenden Serben widersetzen sich einer Eingliederung in den kosovarischen Staat nach wie vor. Auf Betreiben der EU führen der Kosovo und Serbien einen Normalisierungsdialog, der eine stabile Lösung offener Fragen herbeiführen soll. (APA, 26.12.2014)

Share if you care.