Seth Rogen: Wuschelkopf mit Berufsziel Komiker

27. Dezember 2014, 08:00
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"The Interview"-Regisseur und -Hauptdarsteller stand bereits mit 13 Jahren als Stand-up-Comedian auf der Bühne

Ein großer Wurf der Filmkunst ist der Streifen nicht gerade. Ohne den politischen Wirbel wäre The Interview angesichts der scharfen Weihnachtskonkurrenz vermutlich untergegangen. Aber es kommt eben nicht gerade häufig vor, dass eine Hollywoodsatire mit Barack Obama und Kim Jong-un gleich derartige Beachtung bei zwei Staatschefs findet – noch bevor der Streifen überhaupt angelaufen war. Dass er nun doch (vorerst nur in den USA) gezeigt wird, veranlasste Regisseur und Hauptdarsteller Seth Rogen zu dem enthusiastischen Tweet: "Das Volk hat gesprochen! Die Freiheit hat gesiegt!" Und ausnahmsweise dürfte ihm damit einmal ernst gewesen sein.

Schon als Kind steht für den heute 32-jährigen Kanadier mit wuscheligem Lockenkopf und Vollbart fest, dass er Komiker werden will. Bereits mit 13 Jahren steht er als Stand-up-Comedian in seiner Heimatstadt Vancouver mit Parodien über Pensionisten, verliebte Teenager und obergescheite Lehrer auf der Bühne. Mit seinem Freund Evan Goldberg, den er seit seiner Bar Mizwa kennt, schreibt er im Alter von 13 Jahren das Drehbuch zu Superbad, an dem die beiden während der ganzen Highschool-Zeit feilen. Der Film erscheint aber erst 2007.

Das große Improvisationstalent des Jugendlichen fällt auf, er wird für Film und Fernsehen entdeckt. Mit 16 bekommt er eine Rolle in der TV-Serie Freaks and Geeks (Voll daneben). Die Familie zieht, nachdem der Vater seinen Job in einer NGO verloren hatte, nach Los Angeles. Die Serie ist zwar nur kurzlebig, öffnet Rogen aber die Tür in die Hollywoodstudios. Nach seinem Filmdebüt im Kultmovie Donnie Darko 2001 gehört er schon als 18-Jähriger zur ersten Comedy-Riege der Traumfabrik.

Unter der Regie von Judd Apatow, der als sein Mentor gilt, spielt er 2005 in Jungfrau (40), männlich, sucht, gefolgt von der Schwangerschaftskomödie Beim ersten Mal mit Katherine Heigl (2006).

Der Mime und Regisseur nutzt seinen Humor aber nicht nur für Filmzwecke. Gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Lauren Miller, bringt er Menschen auf Wohltätigkeitsveranstaltungen gegen Alzheimer, mit dem seine Schwiegermutter konfrontiert ist, zum Lachen. Das Lachen verging dem Komiker nicht einmal, als er wegen The Interview Morddrohungen bekam: "Normalerweise wollen mich Leute für meine Filme erst umbringen, nachdem sie zwölf Mäuse gezahlt haben." (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 27./28.12.2014)

  • Und der Film läuft doch: Seth Rogen, "The Interview".
    foto: ap/chris pizzello

    Und der Film läuft doch: Seth Rogen, "The Interview".

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