16-jähriger Türke wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt

25. Dezember 2014, 09:39
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Schüler warf Staatsführung um Erdogan offenbar Korruption vor

Ankara - Nach einer Rede bei einer Kundgebung ist in der zentraltürkischen Stadt Konya laut Medienberichten ein 16-Jähriger der Präsidentenbeleidigung angeklagt worden. Der Jugendliche, Mitglied einer linken Gruppierung, werde beschuldigt, dem islamisch-konservativen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und seiner Führungsmannschaft Korruption vorgeworfen zu haben, berichteten türkische Medien am Donnerstag.

Demnach äußerte sich der Schüler am Mittwoch bei einer Kundgebung zum Gedenken an einen im Jahr 1930 von Islamisten getöteten jungen laizistischen Grundschullehrer. Der Jugendliche wurde den Angaben zufolge am Abend festgenommen, einem Richter vorgeführt, angeklagt und ins Gefängnis gebracht. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu vier Jahre Haft. Sein Anwalt will den Medienberichten zufolge vor Gericht die Freilassung des jungen Manns beantragen.

Vor rund einem Jahr hatte die türkische Staatsanwaltschaft umfassende Ermittlungen zu einem Korruptionsskandal im Umfeld Erdogans, der damals noch Ministerpräsident war, eingeleitet. Tausende Polizisten und Staatsanwälte wurden seitdem versetzt oder entlassen. Alle eingeleiteten Korruptionsverfahren gegen Getreue Erdogans wurden eingestellt. (APA/AFP, 25.12.2014)

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