Ebola: Norden Sierra Leones wird fünf Tage abgeriegelt

24. Dezember 2014, 22:13
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Gottesdienste in Moscheen und Kirchen untersagt, alle Märkte geschlossen

Freetown/Conakry/Monrovia - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie wird der Norden von Sierra Leone fünf Tage lang abgeriegelt. Die gesamte Region Nord werde mit sofortiger Wirkung abgeschottet, um ein "genaues Bild der Lage" zu erhalten, erklärte Vize-Informationsminister Theo Nicol am Mittwoch. Die Region Nord ist die größte der vier Regionen des westafrikanischen Landes, das die meisten Ebola-Toten zu beklagen hat.

Laut einem Regionalminister, Alie Kamara, dürfen Muslime und Christen in der Zeit keine Gottesdienste in Moscheen und Kirchen feiern - Ausnahme sei der Weihnachtstag für die Christen. In den fünf Tagen seien zudem alle Geschäfte und Märkte geschlossen. Nur Fahrzeuge mit offizieller Genehmigung dürften fahren. Außer Einsatzteams im Kampf gegen Ebola dürfe niemand zwischen den verschiedenen Departements und Dörfern verkehren. Normalerweise herrscht zu Weihnachten reger Reiseverkehr, auch wenn Sierra Leone mehrheitlich muslimisch ist.

Mitte Dezember hatten die Behörden bereits erklärt, dass öffentliche Versammlungen zu Weihnachten und an Silvester, auch religiöse Feiern, verboten seien. Damit solle eine Ausbreitung der Epidemie verhindert werden.

Bisher sind mehr als 7.500 Menschen an Ebola gestorben, fast alle in Westafrika. Am schwersten betroffen ist mittlerweile Sierra Leone, danach kommen Liberia und Guinea. Die gefährliche Ebola-Krankheit ist hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall zeigen. (APA, 24.12.2014)

  • Auf dem Friedhof von Freetown werden täglich 40 mutmaßliche Ebola-Opfer begraben
    foto: reuters/baz ratner

    Auf dem Friedhof von Freetown werden täglich 40 mutmaßliche Ebola-Opfer begraben

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