Russische Justiz verurteilte 57 Menschen wegen Angriffs auf Naltschik

23. Dezember 2014, 21:14
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Nordkaukasus-Stadt 2005 von tschetschenischen Rebellen überfallen

Moskau - Wegen eines bewaffneten Angriffs mit dutzenden Toten auf die Stadt Naltschik im Nordkaukasus sind am Dienstag 57 Menschen zu Haftstrafen verurteilt worden. Fünf Angeklagte belegte das Oberste Gericht der russischen Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien nach offiziellen Angaben mit lebenslangen Gefängnisstrafen.

Die weiteren Urteile reichten von knapp fünf bis zu 23 Jahren Haft. Drei Verurteilte seien freigelassen worden, weil sie ihre Strafen bereits in der Untersuchungshaft verbüßt hätten.

Naltschik war im Oktober 2005 von dutzenden Bewaffneten überfallen worden. Sie griffen Stützpunkte der Sicherheitskräfte, Waffengeschäfte und andere Gebäude an. Etwa 50 Menschen wurden getötet, darunter 35 Polizisten. Mehr als 200 weitere Menschen wurden verletzt.

Zu der Attacke bekannte sich wenige Tage später der tschetschenische Rebellenführer Schamil Bassajew. Er wurde ebenso wie mehrere andere Aufständische später getötet. Ein weiterer Verdächtiger starb in der Untersuchungshaft an Tuberkulose.

Den am Dienstag Verurteilten wurden unter anderem Terrorismus, illegaler Waffenbesitz und Mord vorgeworfen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem "Fehlurteil" und warf den Behörden unter anderem vor, Angeklagte gefoltert zu haben.

Die russische Regierung bekämpft im Nordkaukasus seit Jahren einen islamistischen Aufstand. Die beiden Tschetschenien-Kriegen der 90er-Jahren führten zur Ausbreitung der Gewalt auf die gesamte Region. (APA, 23.12.2014)

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