Entsetzen nach Säureangriff auf Frau in Neu Delhi

23. Dezember 2014, 19:04
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30-jährige Ärztin auf dem Weg zur Arbeit attackiert

Neu-Delhi - Das Video eines Säureangriffs auf eine Frau in Neu Delhi hat ein Schlaglicht auf die in Indien weit verbreitete Gewalt gegen Frauen geworfen. Wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtete, zeigt der Film, wie zwei Männer Dienstag früh einer Frau in einem belebten Stadtteil der indischen Hauptstadt Säure ins Gesicht schütten.

Die 30-jährige Ärztin war demnach auf dem Weg zur Arbeit in einem nahegelegenen Krankenhaus. Das unscharfe Video einer Überwachungskamera zeigt, wie die beiden mit Kapuzenpullovern vermummten Männer sich auf einem Motorrad der Ärztin nähern und sie angreifen.

Passanten ignorieren Frau

Der Nachrichtensender NDTV berichtete auf seiner Website, die Säure habe das halbe Gesicht der Ärztin verätzt. Die Frau rief laut Berichten um Hilfe, wurde aber von Passanten ignoriert. Laut NDTV analysiert die Polizei nun das Video, um die Angreifer zu fassen.

In Indien werden immer wieder Säureangriffe verübt. Meist handelt es sich um Racheakte, etwa von verschmähten Verehrern oder im Streit um die Mitgift. Für die am Dienstag angegriffene Ärztin kam die Attacke nach eigenen Angaben jedoch völlig überraschend. Sie habe keinen der Angreifer erkannt und auch keinen Verdacht, sagte sie laut NDTV der Polizei. Die Gewalt gegen Frauen hatte in Indien zuletzt deutlich zugenommen: Verzeichnete die Kriminalstatistik 2012 noch mehr als 244.000 Angriffe auf Frauen, waren es 2013 mehr als 309.000.

Opfer von Säureangriffen leiden oft ihr Leben lang unter schmerzhaften Vernarbungen und sozialer Stigmatisierung. Indiens Oberster Gerichtshof hatte vergangenes Jahr angeordnet, den Verkauf von Säure schärfer zu reglementieren. Aktivisten zufolge ist Säure aber immer noch leicht und billig zu haben. Im Zuge einer Strafrechtsverschärfung nach der brutalen Gruppenvergewaltigung einer Studentin in Neu Delhi im Dezember 2012 wurde auch das Strafmaß für Säureangriffe auf mindestens zehn Jahre heraufgesetzt. (APA, 23.12.2014)

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