Constantia Flexibles geht an Wendel

23. Dezember 2014, 18:22
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Gespräche über Reinvestition der Turnauer Stiftung - JP-Morgan-Ableger OEP draußen

Wien/New York - Der Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) - ein Ableger von JPMorgan - und die Turnauer Stiftung haben am Dienstag ihre 100-Prozent-Beteiligung am heimischen Verpackungsriesen Constantia Flexibles an die französische Wendel Gruppe verkauft. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt - nur dass der Firmenwert der Constantia inklusive Schulden bei 2,3 Mrd. Euro eingestuft worden sei.

Ein Constantia-Sprecher wollte zum Preis keine Stellungnahme abgeben, eine Wendel-Sprecherin war kurzfristig nicht erreichbar. Aus Verhandlerkreisen hieß es, der Käufer habe 30 Prozent mehr als den IPO-Preis von damals 19,50 Euro geboten. Daraus ergäbe sich ein Kaufpreis von rund 1,3 Mrd. Euro und Schulden von etwa einer Milliarde Euro, die übernommen wurden.

OEP hatte schon des längeren den Ausstieg aus dem Verpacker geplant, ein Börsengang in Frankfurt vor etwas mehr als einem Jahr scheiterte aber wegen zu geringem Anlegerinteresse. Das Volumen des IPO mit dem Preis von 19,50 Euro hätte samt "Greenshoe" zwischen 630 und 820 Mio. Euro landen sollen.

Constantia-CEO Thomas Unger hatte Ende August in einem APA-Interview erklärt, es stehe "Kopf an Kopf" zwischen den beiden Optionen Going-public versus anderer Finanzinvestor statt OEP. Heute erklärte er in einer Aussendung: "Wir haben das Unternehmen hervorragend für weiteres profitables Wachstum positioniert, das wir in der Zukunft gemeinsam mit unserem neuen Eigentümer fortsetzen werden."

Melchior von Peter, Managing Director von OEP: "Ich möchte mich im Namen von OEP für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bedanken." Man sei mit der Entwicklung der Constantia Flexibles in den vergangenen fünf Jahren im Eigentum von OEP "sehr zufrieden".

Die H. Turnauer Stiftung, die nun einmal draußen ist aus der Constantia Flexibles, "beabsichtigt ein signifikanter Anteilseigner von Constantia Flexibles zu bleiben und ist derzeit mit der Wendel Group in Gesprächen über eine mögliche Reinvestition", teilten OEP und Constantia Flexibles Dienstagabend weiters mit.

Constantia Flexibles produziert Verpackungen unter anderem für Nahrungsmittel und Pharmaprodukte. In Österreich arbeiten mehr als 1.000 Leute in den beiden Produktionsstandorten in Niederösterreich und im Burgenland. Samt dem Vertrieb finden in Österreich rund 1.300 Menschen Arbeit bei Constantia Flexibles. Weltweit sind es mehr als 8.000. (APA, 23.12.2014)

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