Kompromiss der Koalition: Ein Heer für den Ernstfall

Kommentar23. Dezember 2014, 17:04
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Zum Kriegführen - aber ebenso zur Verhinderung von Kriegen - ist viel Geld notwendig

Irgendetwas gelingt der Koalition ja doch immer wieder. Bei der Einigung auf das Bundesheer-Konzept "ÖBH 2018" ist es sogar etwas halbwegs Vernünftiges, das nun, mit dem Segen beider Koalitionsparteien und des Oberbefehlshabers Heinz Fischer ausgestattet, umgesetzt werden kann.

Es ist eine dem österreichischen Feldherrn Raimondo Montecuccoli zugeschriebene Weisheit, dass zum Kriegführen - aber ebenso zur Verhinderung von Kriegen - dreierlei notwendig sei, nämlich erstens Geld, zweitens Geld und drittens Geld. Für die Belange des Bundesheeres heißt das: erstens Geld für die vielen Berufssoldaten, die man sich leistet, obwohl wir eigentlich ein milizartig aufgebautes Wehrpflichtigenheer haben sollten. Zweitens Geld für den laufenden Betrieb - von den Kasernen über die Flugzeuge bis zur Schießausbildung, die zuletzt eben aus Geldmangel eingeschränkt werden musste. Und drittens Geld dafür, dass das Heer in einem von niemandem gewünschten Ernstfall auch tatsächlich einsetzbar ist.

Immerhin gibt es in dieser dritten Kategorie nun einen fixen Budgetrahmen: Er soll sicherstellen, dass die Milizbataillone künftig nicht nur als Hilfstruppe mitgeschleppt, sondern als der Kern des Heeres betrachtet und eingesetzt werden können. Ob diese Planung auch umgesetzt wird und das Geld landet, wo es hingehört, muss genau beobachtet werden. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 24.12.2014)

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