Mit 3-D-Druckern und LEDs gegen Fälscher

27. Dezember 2014, 21:04
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Das tragbare Gerät "Doculus Lumus" soll der Polizei ab Jänner helfen, unechte Pässe zu erkennen

Wien - Fälschungssichere Kontrollmerkmale von Reisedokumenten, Geldscheinen oder anderen Ausweisen sind oft mit freiem Auge nicht erkennbar. Viele sind nur unter UV- oder Streiflicht zu sehen. Doch Reisepässe müssen von der Fremdenpolizei oft auf der Straße oder in Zügen schnell auf ihre Echtheit überprüft werden.

Die unterschiedlichen Merkmale soll das von der Fachhochschule Campus 02 in Graz entwickelte mobile Prüfgerät "Doculus Lumus" einfach und unkompliziert erkennen können. 40 Prototypem werden bereits verwendet, sagt Projektleiter Dieter Lutzmayr.

"Weltweit gibt es so viele verschiedene Dokumente, dass eine völlige Automatisierung nicht möglich ist", die optischen Merkmale müssen daher von Menschen verifiziert werden - das Gerät unterstützt dabei. "Wenn man weiß, worauf man schauen muss, erkennt man Fälschungen gut", sagt Lutzmayr. Zur Vereinfachung verfügt Doculus Lumus über spezielle Vergrößerungs- und Beleuchtungsmethoden, die die optischen Sicherungen aufzeigen.

16 LEDs für Dokumenten-Check

"Wenn das Licht von der Seite kommt, werfen Erhebungen einen Schatten", sagt Lutzmayr. Dadurch erkennt man etwa Aufkleber und den Tiefendruck.

Das Gerät ist mit 16 LEDs, davon vier UV-fähigen, und einer 15-fachen vergrößernden Glaslinse zur farbechten und verzerrungsfreien Erkennung von Nanotext ausgestattet. Reisepässe in Österreich ab dem Jahr 2006 sind zusätzlich mit RFID-Transpondern versehen. "Im Transponder ist ein Bild des Besitzers gespeichert", sagt Lutzmayr. "Der einfachste Weg für Fälscher ist es, den Transponder einfach zu zerstören." Legt man den Pass auf das neue Gerät, erscheint ein rotes oder grünes Licht, das signalisiert, ob es sich um ein gültiges Dokument handelt. Doculus Lumus ist das erste Gerät, das auch die Echtheit des Chips untersucht.

Bis jetzt wurden 1000 Stück produziert, die ab Jänner im Handel sein werden. Das Gehäuse wurde mit 3-D-Druckern produziert. "Es ist seriennahe, aber kein Spritzdruck", sagt Lutzmayr. Gedruckt wurde in allen Farben, die möglich waren. "Polizisten sind da eigen, sie wollen etwas Besonderes haben", sagt Lutzmayr. Durchgesetzt haben sich Grau, Rot und Lila - in diesen Farben wird Doculus Lumus verkauft. (ook, DER STANDARD, 24.12.2014)

  • Dank 16 verschiedener LED-Lichter und 15-facher Vergrößerung sollen Beamte durch "Doculus Lumus" schnell Fälschungen erkennen.
    foto: slavinec

    Dank 16 verschiedener LED-Lichter und 15-facher Vergrößerung sollen Beamte durch "Doculus Lumus" schnell Fälschungen erkennen.

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